Trotz Kontrollen der Vereine werde weiterhin viel zu häufig illegal Pyrotechnik gezündet – oft mitten in dicht besetzten Tribünen. „Das birgt reale Sicherheitsrisiken und führt jede Saison zu Verletzten“, warnt der Minister. Im Zuge der geplanten Reform des Fußballgesetzes sollen die Strafen für dieses illegale Verhalten deshalb verschärft werden.
Gleichzeitig, so Quintin, dürften die Stadien „keine Klöster“ werden: „Fußball muss ein Fest bleiben.“ Deshalb will man gemeinsam mit der Pro League prüfen, ob Pyrotechnik unter Aufsicht der Sicherheitsdienste legal und sicher eingesetzt werden kann – damit Fans für Stimmung sorgen können, ohne Menschen zu gefährden.
Klare Regeln, enge Begleitung
Das Projekt setzt auf klare Absprachen zwischen Sicherheitsbehörden, Vereinen und Fanorganisationen. In den kommenden Monaten sollen einige Klubs ausgewählt werden, die solche zeitlich begrenzten Pilotversuche durchführen. Voraussetzung ist jeweils die ausdrückliche Zustimmung der lokalen Behörden und der Feuerwehr. Die Tests werden eng begleitet und ausgewertet.
Die Pro League startet dazu eine Konsultationsrunde, um geeignete Pilotklubs zu bestimmen. Nach den nötigen Vorbereitungen sollen bei ausgewählten Spielen konkrete Tests stattfinden.
„In den vergangenen Jahren haben wir intensiv mit Fans, Klubs, Ordnungskräften, Experten und ausländischen Ligen beraten, wie sich Sicherheit und Fankultur besser vereinbaren lassen“, erklärt Pro-League-CEO Lorin Parys. „Diese Erkenntnisse bündeln wir nun in einem Pilotprojekt. Vorgesehen ist ein begleiteter Einsatz durch geschulte Fans, in klar abgegrenzten Zonen und zu festgelegten Zeitpunkten.“
Außerhalb der Tests bleibt Pyro verboten
Sowohl Ministerium als auch Liga betonen: Außerhalb dieses streng geregelten Rahmens bleibt Pyrotechnik weiterhin verboten. „Feuerwerk in vollen Tribünen zu zünden, bleibt gefährlich und wird niemals erlaubt sein“, heißt es unmissverständlich.
Das Ziel sei vielmehr zu prüfen, ob es in einer kontrollierten Umgebung sichere Alternativen geben könne, die Zwischenfälle reduzieren und die Sicherheit in und um die Stadien erhöhen – ohne die Atmosphäre zu ersticken. (belga/calü)

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