Wie die Ultragruppierung „Crew Neau“ am Mittwochabend in den sozialen Netzwerken mitteilte, bleibt sie dem Spiel am Freitag fern. „Nicht aus Gleichgültigkeit. Nicht aus Bequemlichkeit. Und ganz sicher nicht, weil uns dieser Verein egal wäre. Sondern weil irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem Schluss sein muss mit Ausreden, mit leeren Phrasen und mit falschen Versprechen, die Jahr für Jahr wiederholt werden, bis sie nichts mehr bedeuten“.
Seit Monaten höre man „immer dasselbe Lied. Neuer Investor, große Worte, große Ziele. Wir wollen aufsteigen“. „Die Aufstiegsrunde ist das Ziel. Jetzt greifen wir an. Genug geredet. Denn auf dem Platz bleibt davon viel zu oft erschreckend wenig übrig.“
Zu Beginn der Rückrunde habe die AS Eupen lediglich drei Punkte Rückstand auf Platz drei gehabt. „Heute sind es bereits fünf Punkte Abstand auf Platz sechs – auf genau jene Aufstiegsrunde, die so oft angekündigt und auf dem Platz nie real anvisiert wird.“
„Und trotzdem sollen wir jedes Mal wieder glauben, dass diesmal alles anders wird? Dass diesmal wirklich geliefert wird? Wir haben genug von Spielen, in denen Fußball nur phasenweise stattfindet. Fünfzehn Minuten Einsatz reichen nicht. Fünfundvierzig Minuten Kampf reichen nicht. Sechzig Minuten Wille reichen nicht. Was wir erwarten, sind neunzig Minuten – Woche für Woche – in denen alles auf dem Platz bleibt. In jedem Training. In jedem Spiel. Ohne Ausnahme. Ohne Alibi“, heißt es weiter.
„Seit Jahren fahren wir durch ganz Belgien. Wir investieren Zeit, Geld, Urlaubstage, Nerven. Wir stehen bei Wind und Wetter hinter dieser Mannschaft. Und was wir zu oft zurückbekommen, ist Enttäuschung – sportlich wie mental. Eine Körpersprache ohne Feuer. Auftritte ohne Überzeugung. Aufstiegsambitionen ohne Konsequenz.“
Das Fernbleiben am Freitag sei kein Abschied, so Crew Neau weiter. „Es ist ein Warnsignal. Ein verdammter Weckruf! Wenn ihr aufsteigen wollt, dann zeigt es. Nicht in Interviews. Nicht auf Social Media. Sondern dort, wo es zählt: Auf dem Platz! Vom ersten Aufwärmen an. Bis zur letzten Sekunde – egal ob nach 90 Minuten oder darüber hinaus. Und das gilt für alle. Spieler. Trainer. Staff. Verantwortliche. Jede Entscheidung. Jede Geste. Jede Körpersprache. Jedes Wort in der Öffentlichkeit. Wir wollen eine Mannschaft sehen, die brennt. Die kämpft. Die Verantwortung übernimmt. Werdet wach – Kopf hoch – Brust raus.“ (mn)

Kommentare
Nicht nur die Ultras. Auch die Schwarz-Weissen Gallier boykottieren das Spiel.
Kommentar verfassen
1 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren