David Grubbs zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der experimentellen und unabhängigen Musikszene. Bekannt wurde er unter anderem als Mitglied der einflussreichen Bands Gastr del Sol, Bastro und Squirrel Bait. Darüber hinaus arbeitete er mit einer Vielzahl bedeutender Künstler zusammen, darunter Tony Conrad, Pauline Oliveros, Luc Ferrari und Loren Connors. Als Solokünstler hat Grubbs mehr als ein Dutzend Alben veröffentlicht und war an über 200 Tonträgerproduktionen beteiligt. Sein Schaffen bewegt sich zwischen Songform, freier Improvisation und konzeptueller Klangkunst.
Seine Arbeiten wurden weltweit in renommierten Institutionen präsentiert, darunter das Solomon R. Guggenheim Museum und das Museum of Modern Art (MoMA) in New York, die Tate Modern in London sowie das Centre Pompidou in Paris. Grubbs ist Träger des Berlin Prize sowie eines Foundation for Contemporary Arts Award im Bereich Music/Sound. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Grubbs als Professor für Musik an der City University of New York tätig und hat mehrere vielbeachtete Bücher zur Musik- und Klangästhetik veröffentlicht. Sein aktuelles Album Whistle From Above (Drag City, 2025) zeigt ihn in einer besonders offenen und vielschichtigen Phase. Neben neuen Stücken für Gitarre und Klavier enthält es Arbeiten mit konkreten Klängen, die in Zusammenarbeit mit internationalen Musikern entstanden sind, und öffnet seine tief persönlichen Solo-Kompositionen für einen Dialog mit der zeitgenössischen Musikszene.
Ava Rasti ist eine in Teheran lebende Pianistin, Bassistin und Komponistin, deren Arbeit in den vergangenen Jahren zunehmende internationale Aufmerksamkeit erfahren hat. Sie begann ihre Laufbahn als Mitbegründerin einer Post-Punk-Girlband in ihrer Heimatstadt, bevor sie sich ab 2020 auf ihr Soloprojekt konzentrierte. In ihren Kompositionen verbindet sie Elemente aus Ambient, moderner Klassik und Drone zu einer eigenen, zurückhaltenden Klangsprache. Ein zentrales Merkmal ihrer Arbeit ist das Erzählerische: Rasti versteht Musik als Raum für Erinnerung, Bewegung und innere Bilder.

Neben Soloalben wie Ginestra und The Living Room komponierte Rasti auch Filmmusik, darunter The Great Yawn of History und 1001 Frames, die auf internationalen Festivals, unter anderem der Berlinale, präsentiert wurden. Ihr jüngstes Album The River erschien 2024 auf dem Post-Classical-Imprint 130701 von FatCat Records und wurde für seine dichte Atmosphäre, emotionale Tiefe und meditative Kraft gelobt.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch noch offen, ob Ava Rasti ihre Europa-Tournee antreten kann. Aufgrund der aktuellen politischen Lage im Iran ist es ihr derzeit nicht möglich, das Land zu verlassen, und sie ist aufgrund der Internet-Sperre momentan nicht erreichbar. Die Veranstalter stehen in engem Austausch mit ihrem Umfeld und werden über mögliche Änderungen im Programm rechtzeitig informieren. Geplant war neben dem Konzert in St.Vith, eine gemeinsame Radioshow und Interview mit Monita Wagma im Gemeinschaftsradio Studio Néau am Freitag den 23. Januar.
Die Türen zur Stillen Post öffnen um 19.30 Uhr, Konzertbeginn gegen 20.15 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro. (red/ab)

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