Francken gilt als enger Befürworter des transatlantischen Bündnisses. Umso deutlicher zeigte er sich beunruhigt über jüngste Gedankenspiele in den USA rund um Grönland. „Ich bin zu den Botschaftern gegangen und habe ganz klar gesagt: Das ist wirklich sehr problematisch“, erklärte der Minister gegenüber „VTM“. „Grönland ist nicht Venezuela oder Iran. Es geht hier um eine Frage, die für das Überleben der NATO zentral ist. Eine militärische Intervention dort wäre brandgefährlich und würde schlecht enden.“
Nach Angaben Franckens hätten die amerikanischen Gesprächspartner betont, dass Washington nicht plane, Grönland militärisch zu erobern, sondern vielmehr über einen Kauf nachdenke. Für den Verteidigungsminister ist aber auch das kein notwendiger Weg. Er sieht eine andere Lösung: eine stärkere Präsenz der NATO in und um Grönland. Damit könne Russland und China klar signalisiert werden, dass die Insel fest zum Einflussbereich des Bündnisses gehöre.
„Ich teile die Sorge“, betonte Francken weiter. Die Arktis gewinne geopolitisch rasant an Bedeutung – nicht zuletzt durch das Abschmelzen der Polkappen und neue Schifffahrtsrouten. „Es gibt heute deutlich mehr Verkehr und strategische Interessen in dieser Region.“ Gerade deshalb müsse die NATO geschlossen auftreten. „Dafür existiert dieses Bündnis. Wir sollten zusammenarbeiten und aufhören, uns öffentlich anzugreifen oder gegenseitig zu kritisieren – denn in Moskau würde Präsident Putin darauf nur mit Champagner anstoßen.“ (calü)

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