Der Gouverneur der Provinz Lüttich, Hervé Jamar (MR), hatte am Abend vorsorglich die provinzielle Phase des Notfallplans ausgelöst – wegen der angekündigten winterlichen Wetterlage und der erwarteten Bauernblockaden auf mehreren Verkehrsachsen. Um die Bevölkerung zu warnen, wurde das Be-Alert-System aktiviert. Die ungewöhnlich hohe Zahl an SMS sorgte jedoch für Verwirrung.
Tony Hosmans, Sprecher des Gouverneurs, erklärt gegenüber der RTBF, warum manche Bürger so viele Nachrichten erhielten: „Die Provinz Lüttich ist zweisprachig. Deshalb mussten alle Meldungen sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch verschickt werden, um wirklich die gesamte Bevölkerung zu erreichen – auch Menschen, die nicht aktiv beim Be-Alert-Dienst angemeldet sind und nicht immer wissen, welches Sprachregime in ihrer Zone gilt.“
Zwei Verteiler, mehrere Sprachen – viele Nachrichten
Das Warnsystem arbeitet mit zwei Kriterien: dem Standort des Mobiltelefons und einer möglichen Registrierung beim Be-Alert-Dienst. „Die Menschen bekommen die Nachricht, weil sie sich im betroffenen Gebiet befinden – und zusätzlich, wenn sie den Dienst abonniert haben“, erläutert Hosmans.
Konkret wurden drei unterschiedliche Mitteilungen verschickt: eine auf Französisch, eine auf Deutsch sowie eine ergänzende zweisprachige Nachricht mit einem Link zur Informationsseite des Gouverneurs. Da jede dieser Meldungen über zwei Verbreitungskanäle lief, konnte es bei manchen Empfängern zu mehrfachen Zustellungen kommen.
Kritik im Netz
In den sozialen Netzwerken kritisierten einige Nutzer den Ton der Warnungen als übertrieben und warfen den Behörden vor, unnötig Panik zu verbreiten. Die Provinz weist diese Vorwürfe jedoch zurück. „Kein Autofahrer ist stundenlang auf den Straßen der Region Lüttich steckengeblieben – trotz der Sperrung von zwei Autobahnkreuzen und der Nationalstraße N602“, betont Hosmans gegenüber der RTBF. Die frühzeitige Warnung habe viele Menschen dazu gebracht, ihre Fahrten anzupassen, zu Hause zu bleiben oder alternative Routen zu wählen.
„Wenn manche jetzt sagen, die Warnung sei überflüssig gewesen, weil die befürchtete Katastrophe ausgeblieben ist, dann zeigt das gerade, dass sie ihren Zweck erfüllt hat: Sie hat geholfen, eine Verschärfung der Lage zu verhindern, indem das Verhalten rechtzeitig angepasst wurde“, so der Sprecher.
Vorerst keine weitere Warnung geplant
Eine erneute Alarmmeldung ist derzeit nicht vorgesehen. Die Lage werde weiterhin aufmerksam beobachtet, sowohl mit Blick auf die Wetterentwicklung als auch auf mögliche weitere Aktionen der Landwirte.
Sollten sich die Bedingungen jedoch deutlich verschärfen, könnte das Warnsystem erneut aktiviert werden. „Wenn die Situation extremer wird als angekündigt, schließen wir eine neue Be-Alert-Phase nicht aus“, erklärt Hosmans abschließend. (calü)

Kommentare
Lieber einmal zu oft gewarnt werden als garnicht. Aber es gibt immer wieder Menschen die negativ eingestellt sind und alles besser wissen. Die nächsten Wahlen werden kommen um es besser zu machen.
Kommentar verfassen
1 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren