Die gemeinsame Gewerkschaftsfront werde die Streikankündigung in der Woche vom 5. Januar einreichen, präzisierte Lejeune.
Die Föderalregierung hatte am 23. Dezember einen Gesetzesvorentwurf zur „Modernisierung des Personalmanagements bei der Bahn“ gebilligt. Dieser sieht insbesondere vor, die statutarischen Anstellungen ab Juni 2026 zu beenden. „Das ist eine politische Entscheidung, die wir bedauern und ablehnen“, betont Lejeune. Er warnt vor Gerechtigkeitsproblemen und dem Verlust wesentlicher Garantien für das Bahnpersonal. Der statutarische Status bringe einen echten Mehrwert; eine vollständige Umstellung auf Vertragsverhältnisse stelle dieses System grundsätzlich infrage. Ein weiterer zentraler Streitpunkt ist eine Änderung der Regeln des sozialen Dialogs. Lejeune kritisiert ein „Herumbasteln“ an der bislang erforderlichen qualifizierten Zweidrittelmehrheit in der nationalen paritätischen Kommission. Der Gesetzentwurf sehe vor, dass bei Nichterreichen dieser Mehrheit das Dossier an den Verwaltungsrat von HR Rail verwiesen werde, wo die geschäftsführenden Verwaltungsratsmitglieder allein entscheiden könnten. Zudem habe die Föderalregierung die Arbeitgeberabgaben um 38 Prozent erhöht, was statutarische Neueinstellungen faktisch unmöglich mache. Parallel dazu sollen die Dotationen an die SNCB im Verlauf der Legislaturperiode um 675 Millionen Euro sinken. Auch die ungeklärte Rentenfrage sorge für große Besorgnis. Die Chancen, den Konflikt noch abzuwenden, gelten aus Sicht der Gewerkschaften als gering. Zwar zeige man sich gesprächsbereit, doch zwei bisherige Verhandlungsrunden mit dem föderalen Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) seien ohne Ergebnis geblieben. Der Handlungsspielraum sei sehr begrenzt. Bereits im November hatten die Gewerkschaften weitere Mobilisierungen angekündigt, falls die Regierung an ihren Reformplänen festhalte. Ende November war der Bahnverkehr bereits drei Tage lang, vom 24. bis 26. November, durch gewerkschaftliche Aktionen beeinträchtigt worden. (belga/sc)

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