Maß halten lautet das Leitmotiv des Haushalts 2026, ein verständlicher Ansatz, der jedoch erneut die Frage offenlässt, wo dabei die politische Richtung für Eupen erkennbar wird. Der vorgestellte Haushalt ist solide, vorsichtig und gut gerechnet. Genau darin liegt aber auch seine Grenze. Wenn fehlende finanzielle Spielräume zur Hauptbegründung werden, warum neue politische Projekte ausbleiben, dann fehlt nicht nur Geld, sondern vor allem ein Programm und ein Programm beginnt dort, wo Prioritäten gesetzt werden.
Natürlich gibt es Investitionen: Schule, Polizei, Infrastruktur. Das sind wichtige Grundlagen. Doch Eupen steht auch vor ökologischen, sozialen und städtebaulichen Herausforderungen, die mehr verlangen als den Hinweis, dass „hinten raus das Geld fehlt“. Besonders sympathisch war der Verzicht auf die „Kettensäge“. Sehr beruhigend. Aber zwischen Kettensäge und Stillstand gibt es viele politische Werkzeuge: Ideen, Mut und klare Entscheidungen. Gerade auf Gemeindeebene muss Politik sichtbar sein, sonst entsteht Politikverdrossenheit. Wenn Entscheidungen im Alltag der Menschen nicht spürbar sind, im öffentlichen Raum nichts vorangeht und sozialer Zusammenhalt nur verwaltet statt gestaltet wird, verlieren Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in Politik. Unsichtbare Politik mag bequem sein, sie ist aber ein sicherer Weg in Resignation und Gleichgültigkeit. Gerade deshalb braucht es eine Gemeindepolitik, die wieder Mut macht: mit Ideen, die berühren, Entscheidungen, die Orientierung geben, und Projekten, die im Alltag spürbar sind. Wo Politik sichtbar gestaltet, wächst Vertrauen und wird aus Resignation wieder Zuversicht.
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