VSZ Ostbelgien kritisiert neue Strom-Netztarife

<p>Illustration: belga</p>
Illustration: belga

„Nur wer seinen Stromverbrauch in die neuen Niedertarifzeiten verlagern kann, profitiert, für alle anderen steigt die Rechnung“, wird Verbraucherberaterin Françoise Demonty in der Mitteilung zitiert.

Hier liege das Problem: Die meisten Haushalte könnten ihren Alltag nicht künstlich an die Logik des Stromnetzes anpassen. „Wer berufstätig ist oder Kinder hat, weiß: Wäsche, Kochen, Spülen, Heizen – der Hauptverbrauch findet abends statt“, so die Verbraucherschutzzentrale Ostbelgien. Genau in dieser Zeit steigen die Netzgebühren künftig, im „Impact“-Tarif sogar auf das Fünffache des günstigsten Tarifs. „Moderne Haushaltsgeräte mit programmierbaren Startzeiten haben viele nicht. Und auch nicht jede Familie kann tagsüber unbeaufsichtigt Waschmaschine oder Trockner laufen lassen. Damit wird klar: Die neuen Tarife bestrafen jene, die am wenigsten Spielraum haben“, teilt die VSZ weiter mit. Die neuen Tarife bevorzugten Haushalte mit hoher technischer Ausstattung und zeitlicher Flexibilität, was meistens Gutverdiener seien. „Gleichzeitig werden aber herkömmliche Familien, Berufstätige, sowie Menschen mit geringem Einkommen benachteiligt“, lautet die Kritik.

Neubewertung der sozialen Auswirkungen der Reform

Die Verbraucherschutzzentrale fordert deshalb eine Neubewertung der sozialen Auswirkungen dieser Tarifreform. „Ein faires Tarifsystem darf nicht auf theoretischen Verbrauchsverlagerungen basieren, die im Alltag für die Mehrheit schlicht unrealistisch sind. Wir appellieren an Regulator und Politik: Schützen Sie die Verbraucher und sorgen Sie für ein Tarifmodell, das die Realität der Haushalte respektiert, statt sie finanziell zu bestrafen.“ (red/sc)

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