Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Person festlegen, wer ihr Vermögen – vollständig oder teilweise – verwalten darf, wenn sie dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Das kann von der Verwaltung von Bankkonten über das Bezahlen von Rechnungen bis zum Empfang von Renten reichen. „Zudem lassen sich darüber auch Verkäufe oder Schenkungen regeln, Steuererklärungen ausfüllen oder Versicherungsangelegenheiten klären“, erklärte Notarin Helena Verwimp. „Es geht um die umfassende Verwaltung des Vermögens.“
Besonders auffällig ist die regionale Verteilung: 109.539 Vorsorgevollmachten wurden in Flandern ausgestellt, 8.436 in der Wallonie und 3.549 in Brüssel – insgesamt also 121.524. „Vlamingen beschäftigen sich stärker mit Vorsorgeplanung und mit familiären Verträgen wie etwa Eheverträgen“, sagte Verwimp. „Deshalb hören sie über Freunde, Familie und auch über die Medien häufiger davon und befassen sich eher mit dem Thema.“ Im November sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent gestiegen – unter anderem ausgelöst durch einen Beitrag im VTM-Programm „Over Geld Gesproken“.
Seit der Einführung der Vorsorgevollmacht im Jahr 2014 wurden in Belgien insgesamt 712.420 solcher Dokumente erstellt – davon 636.234 in Flandern. Das Rekordjahr 2024 mit 122.733 Vollmachten werde 2025 laut Verwimp sicher übertroffen. (belga/rt)

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