Rassismusvorwürfe gegen Hugo Broos: Südafrikanischer Verband stärkt ihm den Rücken

<p>Hugo Broos steht unter Druck.</p>
Hugo Broos steht unter Druck. | Foto: afp

In einer Stellungnahme auf der Verbandswebsite erklärt die SAFA, dass Broos’ Aussagen missverstanden und überinterpretiert worden seien. „Es hat sich die falsche Annahme entwickelt, dass Hugo Broos rassistisch und sexistisch sei. Er hat zwar kritische Bemerkungen über das Verhalten eines Spielers gemacht, doch wir haben den Eindruck, dass seine Worte falsch verstanden und aufgebauscht wurden“, heißt es in dem Statement. Der Verband betont, es liege keine Diskriminierung vor. Die Äußerungen des Nationaltrainers seien rein sportlicher Natur gewesen. Zudem hebt die SAFA hervor, dass es in den vier Jahren der Zusammenarbeit mit dem Belgier keinerlei Meldungen über rassistisches oder sexistisches Verhalten gegeben habe.

Auch der 73-jährige Trainer selbst kommt in der Erklärung zu Wort. „Es ist bedauerlich, dass meine Bemerkungen über die Einstellung eines Spielers fälschlicherweise als rassistisch ausgelegt wurden“, erklärte Broos. „Ich distanziere mich ausdrücklich von den gegen mich erhobenen Vorwürfen.“

Hintergrund der Affäre ist eine offizielle Beschwerde, die die Partei United Democratic Movement (UDM) am Donnerstag bei der südafrikanischen Menschenrechtskommission eingereicht hat. Broos wird darin Rassismus und Sexismus vorgeworfen. Auslöser waren Aussagen des Belgiers auf einer Pressekonferenz, bei der er den 20-jährigen Verteidiger Mbekezeli Mbokazi kritisiert hatte. Der Spieler war wegen eines verpassten Fluges verspätet zu einem Trainingslager der Nationalmannschaft erschienen.

Broos sprach dabei von einem „Beispiel für unprofessionelles Verhalten südafrikanischer Spieler“ und äußerte sich mit einer Formulierung, die in Südafrika besonders sensibel aufgenommen wurde. Zusätzlich sorgten seine Worte über den jüngsten Vereinswechsel des Spielers und dessen Beraterin für Empörung. „Ich weiß, warum das alles passiert. Plötzlich glaubt er, ein Star zu sein. Dieses kleine Frauchen ist seine Managerin und denkt, sie verstünde etwas von Fußball“, hatte Broos gesagt.

Die Debatte um die Aussagen des belgischen Trainers dürfte damit noch nicht beendet sein. Während der Verband ihm den Rücken stärkt, liegt der Fall nun bei der Menschenrechtskommission. (belga/calü)

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