Die Geburt Jesu im Hof Bütgenbach in Szene gestellt

Nicht wenige kennen und singen das Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippe hier“ von Paul Gerhard, der seine Berührung über das Geheimnis der Geburt Jesu in einem Lied ausdrückt. Genau dazu will auch die Krippenausstellung zum 35-jährigen Bestehen des Verbandes der Krippenfreunde Belgiens in Bütgenbach einladen. Am Eingang konnte man den angehenden Krippenbaumeister Marc Wolkener aus Kettenis beim Krippenbau beobachten. Der Krippenbau ist weit mehr als Handwerk – er ist Ausdruck von Tradition, Glauben und Kreativität. Im weihnachtlichen Glanz fühlten sich die Besucher vor mehr als 100 selbstgebauten Hauskrippen wohl.

Etwa 40 Mitglieder – darunter viele Kinder – präsentieren ihre vielfältigen Krippen.

Nach der Segensfeier und den Grußworten entzündete die Vorsitzende Ulrike Peters die große Kerze, die den Krippenfreunden nach dem Weltkongress 2020 überreicht wurde. Die Krippenfreunde Belgiens zählen rund 100 Mitglieder, darunter mehrere Krippenbaumeister. „Auch jene ohne Titel sind perfekte Krippenbauer“, sagt Peters. „Eine Krippe muss nicht perfekt sein. Das Wesentliche ist, den Betrachter zum Inhalt von Weihnachten zu führen.“

Zurzeit stellen etwa 40 Krippenfreunde, darunter viele Kinder, ihre Werke aus. Neue Mitglieder wie Rolf Schauss aus Weywertz präsentieren alpenländische Winterkrippen, moderne Wurzel- und Porzellandarstellungen. Auch Marcel Schaus aus Meyerode zeigt brilliante Miniaturen. Ulrike Peters, seit drei Jahren Vorsitzende, war begeistert von der Resonanz, gerade auch junger Familien. Der Verband entstand 1991, motiviert durch die Krippana, und gehört dem Weltverband Un Foe Prae an. „Weihnachten ohne Krippe ist für mich kein Weihnachten“, sagte eine Besucherin.

Die ausgestellten Krippen zeigen eine beeindruckende Vielfalt. „Jede Krippe ist ein Unikat“, erklären Erich Mertes und Karl-Heinz Halmes. „Ich verkünde mit meinem Hobby eine frohe Botschaft“, betont Halmes und fragt: „Wie kann das Kind durch Dich zum Leben erweckt werden?“ Mit Liebe zum Detail setzen die Krippenfreunde die Geburt Christi an unterschiedlichen Schauplätzen in Szene. Auch Kinderkrippen von Tabea und Jonathan Mackels, Matheo und Samuel Lenges, Lenny Schneider oder Isabelle Kaeding sind zu sehen. Besonders engagiert ist Margot Mackels-Palm, die Kinderkrippenkurse anbietet.

Jesus kommt hier einmal in einer Höhle aus Baumwurzeln, ein andermal im Orient oder in der Eifel zur Welt. Neben heimatlichen Laternen- und Wurzelkrippen, etwa von Heinz Haas, dem ältesten Mitglied, findet man auch eine Baumpilzkrippe und einen handbemalten Biedermeier-Krippenkasten. Viele Darstellungen versetzen den Betrachter mitten in die Szene, während der Blick aus dem Stall etwa auf eine modellierte Eifellandschaft fällt. Schneekrippen wie jene von Maria und Alfred Schumacher zeigen das Ereignis in winterlicher Umgebung. Ebenso eindrucksvoll ist eine Krippe im Brotkasten von Paula Marxen, die die Herbergssuche voller Symbolik darstellt.

Alfred Schumacher zeigt zudem eine drehende Krippe mit vier Szenen: Verkündigung, Herbergssuche, Geburt und Flucht. Bezaubernd sind die moderne Steinkrippe von Jo Gabriels oder Werke von Michael und Beate Kink, Jörg Hansen, Ulla Stajanovic, der Familie Kleines sowie Hans Georg und Hildegard Lülsdorf. Margot Mackels ist mit hervorragenden Exponaten vertreten, ebenso Heinz Haas mit einer Wurzelkrippe. Erich Mertes zeigt eine minutiöse Darstellung im Rotweinfass sowie heimatliche Szenen und Laternenkrippen. „Eine Krippe bauen macht Freude“, sagt Haas. „Die Natur ist mein größter Helfer.“ Er berichtet, wie er 1990 durch Halmes zum Krippenbau kam und bereits seinen Grabstein mit Krippe gestaltet hat.

Erich Mertes, Jörg Hansen und Reinhold Schmitz sind mit Diorama-Krippen vertreten. Mertes beeindruckt mit Szenen aus der Weihnachtsliturgie und Krippen im Tonkrug, Weinfass oder als spanische Kastenkrippe. Eine Besonderheit ist die große orientalische Krippe, ein Meisterstück von Halmes, gebaut für Pfarrer Rudi Schumacher. Manche Mitglieder haben typische Eifel-Gebäude oder sogar ihr Elternhaus nachgebildet. Bei den meisten Krippen ist alles selbst hergestellt – Gebäude, Figuren, Tiere und Hintergrundmalerei. Die Ausstellung ist eine Fundstelle erster Güte für alle, die Inspiration für den Krippenbau suchen.

Die Ausstellung im Hof Bütgenbach ist bei freiem Eintritt bis zum 1. Advent, 30. November, geöffnet: samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr, werktags von 13 bis 17 Uhr.

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