„Das darf kein Tabu sein. Man muss über die Möglichkeit von Fusionen oder Kooperationen zwischen den Gemeinden des Großraums Lüttich nachdenken“, räumte Frédéric Daerden gegenüber der Tageszeitung „Le Soir“ ein. „Die Idee liegt auf dem Tisch und ist Teil der Überlegungen zur Verbesserung der Situation. Allerdings gibt es noch keine Arbeitsgruppe, keine Analyse der Haushaltslage und keine Kontakte zu den anderen Parteien. Kurz gesagt, gibt es noch keine Objektivierung“, erklärt man in Herstal, wobei Frédéric Daerden die Möglichkeit einer Fusion zwischen den Städten Lüttich, Herstal und Seraing bereits vor den Kommunalwahlen 2024 angesprochen hatte.
Auch Willy Demeyer bestätigt die Kontakte: „Wir haben einer Zusammenlegung der Polizei bereits zugestimmt. Wir werden damit beginnen und dann sehen wir weiter“, erklärt der Bürgermeister von Lüttich. Auch Seraing wurde nach Informationen von „Le Soir“ kontaktiert, um sich dieser Fusion anzuschließen, zeigte sich jedoch deutlich zurückhaltender. Ein Motor der Fusionspläne sind Haushaltszwänge, da beide Städte unter einem Sanierungsplan stehen und sogenannte Oxygène-Kredite der Wallonischen Region erhalten. Im Februar dieses Jahres wurde das Budget von Herstal vom Minister für lokale Behörden, François Desquesnes (Les Engagés), abgelehnt, da das Defizit der Stadt 35 Millionen Euro betrug. Der Minister versprach jedoch allen Gemeinden, die sich für eine Fusion entscheiden, eine Prämie von bis zu 500 Euro pro Einwohner, begrenzt auf maximal 20 Millionen Euro. Das verschafft etwas Luft, auch wenn diese Anreize für Fusionen kleiner Gemeinden gedacht sind und daher für große Gemeinden nicht ausreichen. In Herstal ist man zudem verärgert, dass die neue Lütticher Tram an der Gemeindegrenze endet, und herrscht die Meinung vor, dass Herstal an die Straßenbahn angebunden sei, wenn die Fusion früher vollzogen worden wäre.“ (red/arco)

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