Die Zöllner befanden sich bereits seit Montag in einem Bummelstreik, um gegen eine geplante Reform ihrer Arbeitszeiten und eine aus ihrer Sicht übermäßige Arbeitsbelastung zu protestieren. Doch eine Einigung mit der Leitung blieb aus – und so beschlossen viele Dienststellen am Freitag, den Druck zu erhöhen und die Arbeit vollständig niederzulegen.
Besonders betroffen sind die Einsatzkräfte der ersten Linie, die normalerweise für die Kontrolle der Fracht zuständig sind. Seit Freitag 6 Uhr liegt diese Arbeit brach. Die Gewerkschaft schlägt Alarm: „Die Grenze in Bierset wird nicht mehr überwacht, während der Drogenschmuggel immer bedrohlicher wird“, warnt die UNSP.
Sie richtet einen dringenden Appell an die Finanzverwaltung und Finanzminister Jan Jambon (N-VA), wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die Forderungen des Personals ernst zu nehmen.
Nach Angaben der UNSP würden die neuen Arbeitszeitmodelle zu einem gravierenden Ungleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben führen, den Dienstbetrieb durch mehr und ungünstig gelegte Pausen erschweren, die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen und zudem gegen bestehende Vorschriften verstoßen.
Ludovic Luciani, Generalsekretär der CSC, erklärte gegenüber „Sudinfo“, dass die Aktion mindestens bis 22 Uhr anhalten werde.
Weder das Wirtschaftsministeriums noch der Lütticher Flughafen selbst haben bislang zu den Arbeitsniederlegungen Stellung genommen.
Der Airport Lüttich-Bierset ist einer der wichtigsten Frachtknotenpunkte Europas – insbesondere für Sendungen aus China. In den ersten neun Monaten dieses Jahres liefen über 961.000 Tonnen Waren über seine Anlagen. (belga/calü)

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