Der Index basiert auf dem Online-Test EF SET, der von 2,2 Millionen Erwachsenen weltweit absolviert wurde, darunter 6.895 in Belgien. Neben dem schriftlichen und mündlichen Verständnis wurden im EF EPI 2025 erstmals auch Ausdrucksfähigkeiten in größerem Umfang durch künstliche Intelligenz bewertet. Hinter dem nationalen Durchschnitt verbirgt sich jedoch ein deutlicher regionaler Unterschied. Mit 654 Punkten übertrifft die Flamen alle anderen Regionen der Welt. Die Wallonie erreicht 543 Punkte und legt damit um 17 Punkte im Vergleich zu 2024 zu – knapp vor Frankreich. Andrea Oriol, nationale Direktorin von EF Belgien, spricht von einem „erheblichen, aber nicht überraschenden Abstand“.
Die Wallonie sei kulturell stärker nach Frankreich ausgerichtet, sagt sie. Englischsprachige Filme würden dort häufig synchronisiert, außerdem werde der Sprache im Unterricht wie auch im Berufsleben weniger Bedeutung beigemessen. In Flandern hingegen wachsen viele Kinder mit englischsprachigen Serien und Filmen auf – eine Basis, die später zu einer besseren Sprachbeherrschung führe. Dennoch sei auch in der Wallonie ein wachsendes Interesse an Englisch zu beobachten.
Innerhalb Flanderns erzielt Westflandern mit 661 Punkten das beste Ergebnis und verdrängt die Provinz Antwerpen, die im Vorjahr geführt hatte. Alle flämischen Provinzen liegen über der Marke von 629 Punkten, während die frankophonen Provinzen zwischen 529 und 550 Punkten rangieren. Die Hauptstadtregion Brüssel erreicht 579 Punkte.
Auffällig ist, dass die jüngsten Erwachsenen – die 18- bis 20-Jährigen – mit 593 Punkten am schwächsten abschneiden. Die besten Ergebnisse erzielen die Gruppen der 21- bis 25-Jährigen (643 Punkte) sowie der 31- bis 40-Jährigen (638 Punkte). Der Unterschied zwischen Männern (611 Punkte) und Frauen (606 Punkte) bleibt gering. Die Studie zeigt zudem, dass schriftlicher und mündlicher Ausdruck weiterhin schwieriger fällt als das Verständnis – selbst in den Ländern an der Spitze des Rankings. In den besten zehn gehen die Punkte für diese Kompetenzen sogar leicht zurück.
Brüssel liegt mit 588 Punkten auf Rang 26 der weltweit verglichenen Hauptstädte. Die Spitzenpositionen belegen Kopenhagen, Wien und Stockholm. Überraschend stark schneidet Harare in Simbabwe ab – als 14. ist die Stadt die bestplatzierte nicht-europäische Hauptstadt. (belga/rt)

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