Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Umweltbus Lumbricus der Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) Nordrhein-Westfalen und der Naturschutzorganisation AVES-Ostkantone in Ostbelgien hat seit 1993 Tradition. Dabei kam – neben biologischen und chemischen Erhebungen – auch die Strukturgüte und das Umfeld der Bäche nicht zu kurz. Die Organisation lag in den Händen von AVES-Ostkantone, Ökopädagoge vor Ort seitens der NUA war Matthias Nisbach assistiert von Gerhard Reuter und Alain Plumacher.
Nach sechsjähriger Pause wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wieder aufgenommen.
Seitens der NUA wie auch seitens AVES-Ostkantone ist man hocherfreut die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nach sechsjähriger Pause (teils Corona-, teils gesundheitlich bedingt) wieder aufzunehmen, wenn auch in abgespeckter Form mit vier dreistündigen Einsätzen anstelle von sechs in der Vergangenheit.
Für die praktische Umweltbildungsarbeit sind sowohl die positiven wie auch die negativen Beispiele von Bedeutung. Mithilfe der fächerübergreifenden Methoden werden die Jugendlichen in die Lage versetzt, die unmittelbare Umgebung einzuschätzen und den Wert einer intakten Natur zu erkennen. Das erlangte Wissen kommt durch die Dokumentation, aber auch durch Berichte in die Öffentlichkeit. Die Jugendlichen erkennen, dass der ökologische Zustand im Interesse aller beteiligten gesellschaftlichen Gruppen wesentlich verbessert oder in einem guten bis sehr guten Zustand erhalten werden muss. Dabei ist die Verantwortung eines jeden Einzelnen nicht zu unterschätzen.
„Europaweit sollen auf politischer Ebene zukünftig einheitlich hohe Standards für Natur und Umwelt geschaffen werden (z. B. europaweite Wasserrahmenrichtlinie). Diese Dimension des Naturschutzes erfordert besonders zwischen benachbarten Ländern auch in der Umweltbildung eine gute Zusammenarbeit für den Schutz gemeinsamer Lebensräume, erklärt Regina von Oldenburg vom Lumbricus Team.
Der praktisch Ablauf erfolgt einer bewährten Methodik. Nach einer theoretisch/praktisch orientierten Einführung in die Thematik der Gewässerdiagnose geht es in den Bach. Drei Untersuchungsbereiche werden abgedeckt. Die Schüler sammeln Daten und Fakten zur Strukturgüte des Fließgewässers, führen chemische Untersuchungen durch und sammeln Wirbellose, die Aussagen über die biologische Gewässergüte ermöglichen. Die Analyse der Ergebnisse und weiterführende Untersuchungen erfolgen im Innern des Fahrzeuges, das in diesem Moment einem echten Laboratorium gleicht.

Die Teamarbeit wird großgeschrieben und alle Einzelergebnisse werden von den Schülern zu einem Gesamtbild zusammengestellt. Das Ergebnis ist eine Bewertung des Fließgewässers nach wissenschaftlichen Maßstäben.
Für alle untersuchten Bäche wurden Schwachpunkte ermittelt.
So wurde die Our im Zentrum von Schönberg von Schülern des Maria Goretti Instituts untersucht; die Schüler des BSTI St.Vith nahmen den Werelsbach/Prümerbach an drei verschiedenen Standorten unter die Lupe, um eine etwaige Entwicklung vor, auf Höhe und unterhalb von St.Vith zu untersuchen.
Für alle untersuchten Bäche wurden Schwachpunkte ermittelt. Meist waren diese Struktureller Art. Die chemischen Parameter lagen innerhalb der akzeptablen Bereiche, lediglich in Sachen Nitrate näherte man sich den Toleranzgrenzen.
Diese Ergebnisse wurden durch das vorgefundene Tierartensprektrum bestätigt. Köcherfliegen, Steinfliegen, Hütchenschnecke bestätigten eine gute Gewässergüte. Dabei wurde aber auch hervorgehoben, dass die chemischen Parameter wie eine Momentaufnahme einzustufen sind, die Untersuchungsergebnisse können binnen kürzester Zeit ganz anders ausfallen, während die Tiere den Gewässerzustand über einen längeren Zeitrum widerspiegeln.
Schüler, Lehrpersonen wie auch Organisatoren zeigten sich hochzufrieden, sodass einem erneuten Einsatz des Lumbricus in Ostbelgien in zwei Jahren, dann allerdings im Norden Ostbelgiens wohl nichts im Wege steht.
(red/arco)

Kommentare
Wo kann man die genauen Resultate der Wasserproben der Our bekommen?
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