Euthanasie ist nie eine Lösung

Der Grundirrtum der Moderne besteht darin, sich von der objektiven Wahrheit losgelöst zu haben. Nicht ohne Grund sprach Kardinal Joseph Ratzinger 2005 von einer beginnenden „Diktatur des Relativismus“. Wenn Freiheit von eben dieser Wahrheit getrennt wird, dann wird im Prinzip alles möglich.

Im Hinblick auf das Ende des menschlichen Lebens kann dies bedeuten, dass eine Person keinen Sinn mehr im Leben sieht und es folglich beendet. Eine andere Person fällt dieselbe Entscheidung, weil sie an einer Krankheit oder unter psychischen Problemen leidet. Wieder andere sehen in einer schwindenden Lebensqualität die Rechtfertigung, das Leben zu beenden.

An dieser Stelle kann weder die geschichtliche Entwicklung des griechischen Lehnwortes Euthanasie („guter Tod“) aufgezeigt, noch dessen Anwendung im Dritten Reich erklärt werden, womit sich alsbald ein neues Verständnis verband. Und doch ist es wichtig festzustellen, dass die Nationalsozialisten die Einführung der Euthanasie u.a. dadurch zu rechtfertigen suchten, dass sie diese als Akt der Nächstenliebe und des Mitgefühls ausgaben, um Leidende von ihren Qualen zu erlösen, ihnen zu einem selbstbestimmten Sterben zu verhelfen und so der Gesellschaft Kosten und Lasten zu ersparen.

Begleitet wurde diese Propaganda, zu der im Jahr 1941 eigens ein Spielfilm gedreht wurde („Ich klage an“) durch eine Verwischung der Unterscheidung von direkter und indirekter Euthanasie. Auf diese Weise wurde es leicht möglich, unschuldige Menschen zu ermorden.

In den heutigen Debatten erstaunt es, dass man einerseits zurecht die vielen Untaten der Nationalsozialisten kritisiert, andererseits so wenig aus der Geschichte gelernt hat.

Im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK, Nr. 2277) heißt es: „Eine Handlung oder Unterlassung, die von sich aus oder der Absicht nach den Tod herbeiführt, um dem Schmerz ein Ende zu machen, ist ein Mord, ein schweres Vergehen gegen die Menschenwürde und gegen die Achtung, die man dem lebendigen Gott, dem Schöpfer, schuldet (…)“

Weitere Infos unter: https://www.aktion-leben.de/2022/11/23/schriftenreihe-43/

Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Lambertz, mit Verlaub, dass Sie den Nationalsozialismus bemühen, bei dem es um menschenverachtende "Rassenhygiene" ging, um ihre Ablehnung der heutigen Euthanasiepraxis zu rechtfertigen, halte ich doch gelinde gesagt für äußerst verwerflich...

    Warum lassen Sie diese leidenden Menschen nicht einfach in Ruhe und lassen ihnen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann und wie sie aus dem Leben scheiden möchten?

    Ich denke, unheilbar an Krebs oder psychisch erkrankte Menschen interessiert es recht wenig, was ihr "Gott" davon hält, wie sie den letzten Weg beschreiten möchten.

    Warum denken fromme Moralapostel eigentlich immer, das "gottgegebene" Recht zu haben, in anderer Leute Leben herumzupfuschen und ihnen aufdrücken zu können, wie sie ihr eigenes Leben oder Ableben zu gestalten haben?

  • Vor dem angegebenen Internet-Link sollte korrekterweise nicht "Weitere Infos unter:", sondern "Weitere Propaganda religiöser Gruppen:" stehen.

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