Radon-Gefahr: Viele Gemeinden in Ostbelgien liegen in der roten Zone

<p>Ein Blick auf die aktualisierte Karte der FANK zeigt: Ostbelgien liegt in der roten Zone.</p>
Ein Blick auf die aktualisierte Karte der FANK zeigt: Ostbelgien liegt in der roten Zone. | Screenshot: GrenzEcho / Bildrechte: FANK

Der radioaktive Edelgas Radon ist farb-, geruch- und geschmacklos. An der frischen Luft ungefährlich, kann er sich in geschlossenen Räumen ansammeln und stellt dann ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Ab einer Konzentration von 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) spricht die FANK von einem kritischen Wert.

Zahlreiche Gemeinden über dem Referenzwert

In mehreren Gemeinden von Ostbelgien und dem Raum Verviers überschreiten mehr als 10 Prozent der Häuser diesen Grenzwert – darunter Pepinster, Spa, Theux, Jalhay, Baelen, Olne, Stoumont, Trois-Ponts, Lierneux, Stavelot, Waimes, Malmedy, Sankt Vith, Burg-Reuland, Büllingen und Bütgenbach. Weniger stark betroffen, aber nicht frei von Risiko, sind unter anderem Eupen, Raeren, Lontzen, Welkenraedt, Kelmis, Bleyberg, Dison und Verviers.

Warum gerade diese Region so stark betroffen ist, erklärt Boris Dehandschutter, Strahlenexperte bei der FANK: „Das liegt an der Zusammensetzung des Bodens. Der Untergrund hier besteht vorwiegend aus Schiefer, der mehr Uran enthält und viele Risse hat. Dadurch kann Radon leichter aus den Gesteinsschichten in die Häuser eindringen. Im Norden des Landes, wo mehr Ton- und Lehmböden vorkommen, ist der Boden weniger durchlässig.“

Ähnliche Situationen gebe es auch in anderen Landesteilen, etwa in Bastogne, Neufchâteau, Dinant, Marche oder in der Provinz Wallonisch-Brabant.

Test für 15 Euro

Wer in einer betroffenen Gemeinde lebt, sollte den Radongehalt im eigenen Haus messen lassen. Über die Plattform www.actionradon.be kann für 15 Euro ein Testgerät bestellt werden, das drei Monate in der Wohnung bleibt und anschließend im Labor ausgewertet wird.

Fällt der Wert zu hoch aus, gibt es verschiedene Lösungen. „Oft reicht es, regelmäßig zu lüften“, sagt Boris Dehandschutter und fügt an: „Manchmal braucht es aber auch ein Belüftungssystem, das ständig läuft.“

Der Experte erinnert sich an ein Haus in Weismes, in dem trotz abgedichteter Kellerzugänge weiterhin hohe Werte gemessen wurden. „Die Bewohner mussten schließlich ein spezielles Absaugsystem im Keller installieren – erst danach sank die Radonkonzentration auf ein akzeptables Niveau.“

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Tabakrauchen. Auch wenn Panik nicht angebracht sei, rät die FANK zur Vorsorge. Die Radon-Aktionskampagne läuft noch bis zum 31. Dezember. (calü)

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