Recht
Die Verantwortlichen des Besucherbergwerks „Schieferstollen“ in Recht möchten Interessierte stets über die geologische Geschichte Ostbelgiens informieren.
Aus diesem Grund laden die dynamischen Frauen und Männer um Präsident Didier Landers in regelmäßigen Abständen zu interessanten Vorträgen mit wahren Koryphäen aus den Bereichen Geologie und Mineralogie in den Schieferstollen nach Recht ein.
Vor einigen Tagen machte der ostbelgische Geologieprofessor Dr. Thomas Servais, zusammen mit seinen Kollegen Hermann-Joseph Giesen und Jean-Luc Marion, in Recht Station, um über das Goldvorkommen in der Gegend zu referieren.
Der Vortrag war ein durchschlagender Erfolg, nahmen doch über 50 interessierte „Goldsucher“ teil um in die Geschichte des Edelmetalls einzutauchen. Didier Landers lobte vor allem den informativen Charakter der Vorträge der Fachreferenten. „Es ist nicht immer einfach, ein solch komplexes Thema auch für den Laien interessant zu vermitteln. Thomas Servais und auch Hermann-Joseph Giesen haben dies aber perfekt verstanden und fesselten die Besucher während einiger Stunden mit ihren Auslegungen und Erklärungen“, erklärte Didier Landers gegenüber dem GrenzEcho.
Das Museum habe laut Schieferstollen-Präsident Didier Landers die Aufgabe, Wissen zu vermitteln und dieses möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Dies sei durch diesen Vortrag perfekt erreicht worden. „Wir organisieren sehr gerne solche Vorträge, vor allem aber auch, weil wir auf so hochkarätige Fachleute zugreifen können, die mit uns auch eng zusammenarbeiten. Die Geologie-Szene ist kollegial und nicht abgehoben. Das ist ein großes Glück für uns wofür wir als kleines Besucherbergwerk ohne großes Budget auch sehr dankbar sind“.
Hermann-Joseph Giesen und Thomas Servais gingen speziell auf das Thema „Gold in Ostbelgien“ ein und beschrieben neben der geologischen Beschaffenheit des ostbelgischen Untergrundes auch die oftmals bewegte Geschichte der lokalen Goldsuche.
In fast jedem Bach haben unsere Ahnen in der Hoffnung auf schnellen Reichtum nach Gold gesucht.
In fast jedem Bach haben unsere Ahnen in der Hoffnung auf schnellen Reichtum nach Gold gesucht.
Bruno von Eerdenbrugh, passionierter Goldsucher aus Vielsalm, präsentierte zahlreiche illustrierende Fotos und hatte auch einige Goldproben aus dem Rechter Bach mitgebracht. Gold sei zwar überall vorhanden, aber ein wirtschaftlicher Abbau mache kaum Sinn, so der Goldschürfer, der seine Hobbyerfahrungen auch in dem Buch „Chercheurs d’Or en Belgique“ beschrieben hat.
Bruno Kartheuser hat ebenfalls seine Recherchen in Bezug auf die Goldsuche und Goldvorkommen in unserer Gegend wiederbelebt, sodass in Zukunft mit weiteren Erkenntnissen diesbezüglich zu rechnen ist. „Wir sind uns ganz sicher, dass sich der eine oder andere Besucher auf Goldsuche begeben wird“, meinte Didier Landers schelmisch.
Im Rahmen des Gold-Referats stellte Jean-Luc Marion von der Universität Lüttich die ersten Entwürfe der neuen geologischen Karte unserer Gegend vor. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat Marion während vieler Jahre Ostbelgien in seinen geologischen Wesenheiten analysiert und kartografiert. Diese Forschungsarbeit ist für weitere wissenschaftliche Disziplinen von entscheidender Wichtigkeit. Eine gelungene Veranstaltung, die die Dynamik der Crew des Rechter Schieferstollens eindrucksvoll unter Beweis stellte. Man darf also auf die nächsten, spannenden Referate rund um den Rechter Blaustein und die ostbelgische Geologie gespannt sein.



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