Die Kunstaktion von Line Lerho und Sebastian Schmidt, in der Klosterstraße bunte Zebrastreifen anzubringen, war begrüßenswert - auch wenn die Zebrastreifen vorerst nur von kurzer Dauer sein werden. Umso interessanter die Aussagen des Mobilitätsschöffen Nicolas Pommée. Denn, man höre und staune, konkrete Zahlen liegen vor. Das, was ich (allein aus der Beobachtung heraus) bereits in vier Leserbriefen immer kritisiert habe, ist nun faktisch belegt. Letzte Messungen zeigen nämlich, so der Schöffe, dass von 500 Fahrzeugen 420 zu schnell durch Eupens „Fußgängerzone“ fahren... (und zum Teil rasen). „Tolle Zahlen“... In anderen Städten würden aufgrund solch haarsträubender Missstände Rücktrittsforderungen laut – nicht so im beschaulichen Eupen…
Die Zahlen sind allerdings, mit Verlaub, nichts Neues. Somit drängt sich die Frage auf, wie man im Rathaus darüber (nach)-denkt. Zur Erinnerung: Die mobilen Pflanzkübel, die vor Jahren zur Verkehrsberuhigung eingesetzt wurden, stehen seit langem auf den „Bürgersteigen“ rum – jedenfalls nicht in den Straßen – womit die ursprüngliche Idee ad absurdum geführt wird. Billiger Trost: in Eupen können Fußgänger Schutz dahinter suchen… (einmalig in Europa!). Anstatt also „Verkehrsberuhigung“ zu konkretisieren, bei der Auto-, Lkw- und Motorradfahrer sowie TEC-Busse langsamer fahren MÜSSTEN, überlässt man alles dem Zufall. Und deshalb ist man von einem „Verkehrskonzept“ weit entfernt – schlicht, weil das Konzeptuelle fehlt. Betagte..., Mütter mit Kinderwagen..., planschende Kinder auf der Klötzerbahn..., die vielen KellnerInnen, die ungezählte Male die Straßenseite wechseln müssen – alle sind den Gefahren ausgeliefert.
Ein flexibler, durchdachter Einsatz der Pflanzkübel, bunte Zebrastreifen, auf den Straßen aufzubringende „20-km-Markierungen“ (mit drei Metern Durchmesser) und Knöllchen für Raser..., könnten da ansatzweise zu einem „Konzept“ führen.
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