Auch Menschen mit einer sozialen Grundeinstellung, zu denen ich auch gehöre, müssen akzeptieren, dass der Sozialstaat in der jetzigen Form nicht mehr finanzierbar ist. Bevor man jedoch Sozialleistungen herunterfährt, gibt es zwei Bereiche mit einem gewissen Spielraum, bei dem Handlungsbedarf möglich wäre.
Bereich eins wäre Umverteilung. Auch wenn dies von den Besitzenden noch so verteufelt wird, gibt es hier ein sehr großes Potenzial, welches unter dem Aspekt weitgehende Gerechtigkeit ausgeschöpft werden könnte. Bereich zwei wäre, gegen ein leider bestehendes Sozialschmarotzertum wirkungsvoller vorzugehen. Zu diesem Bereich erlaube ich mir noch eine Anmerkung. Man ist von seiner Herkunft kein Sozialschmarotzer, sondern man wird durch gewisse Umstände Sozialschmarotzer. So zum Beispiel durch den Umstand, dass das von den Privilegierten praktizierte Unrecht von den unten stehenden Menschen nach gemacht wird. Unkorrektes Verhalten setzt sich immer von oben nach unten durch. Nie umgekehrt.
Hierzu passt auch, die Feststellung der großen Dame des Journalismus, Gräfin Marion Dönhoff, als sie sagte: Ein staatliches Gemeinwesen kann nur mit einem Mindestmaß an moralischem Bewusstsein funktionieren.
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