Das Problem der Langzeitkranken

Das Problem der Langzeitkranken und -Arbeitslosen ist komplex und sicherlich nicht einfach zu lösen. Dies kommt auch daher, weil vorige Regierungen sich die schlechte Entwicklung viel zu lange angeschaut haben, ohne wirklich etwas zu unternehmen. Aber wo Belgien praktisch das einzige Land ist oder war, in dem man unbegrenzt Arbeitslosengeld beziehen konnte und auch Weltmeister ist beim Proporz der Langzeitkranken, dann kann man nicht leugnen, dass Belgien ein Problem hat – und dieses ist um so schlimmer, wo die Zahlen weiterhin schnell ansteigen. Man soll der Regierung hochhalten, dass diese Problematik endlich angepackt wird. Und das Prinzip, dass arbeiten sich echt lohnen soll, ist doch auch nicht falsch. Überall hört man, dass es an Personal fehlt (siehe z.B. die unakzeptabel langen Wartelisten bei Seniorenheimen in der DG). Umschulung und Ermutigung zur Aufnahme oder Wiederaufnahme einer Arbeit sollten Zentralpunkte der Politik sein.

Dass die Gewerkschaften aufkommen für die Rechte der Arbeitnehmer, ist ihre Daseinsberechtigung. Gleichzeitig haben wir in Belgien aber ein einmaliges System, wo vor allem die Gewerkschaften das Arbeitslosengeld auszahlen und hierfür bezahlt werden. Die Gewerkschaften behaupten zwar, es sei ein Verlustgeschäft (da Gewerkschaften keine finanziellen Jahresberichte offenlegen müssen, ist vieles unklar über wie viel Mittel sie genau verfügen). Sie wollen dieses Geschäft aber keinesfalls abgeben, da es ein zentraler Ansatzpunkt für ihre Macht ist. Es wäre an der Zeit, diesen schlechten Zustand aufzuräumen: Gewerkschaften sollen Arbeitnehmer vertreten, aber nicht gleichzeitig Geld verdienen, wenn diese arbeitslos sind.

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