Klimaziele verfehlt: Belgische Unternehmen kämpfen mit nachhaltiger Mobilität

<p>Studie legt offen:Belgisches Pendeln bleibt klimaschädlich.</p>
Studie legt offen:Belgisches Pendeln bleibt klimaschädlich. | Foto: belga

Die Index-Berechnung berücksichtigt den gesamten CO₂-Fußabdruck verschiedener Verkehrsmittel – von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung. Das Ergebnis ist ernüchternd: Der belgische Durchschnitt liegt bei 3,73 Punkten – angestrebt werden mindestens 10 Punkte.

Am besten schneidet Brüssel ab: Dort liegt der Schnitt bei 5,05 Punkten. Flandern kommt mit 3,7 Punkten auf den Landesdurchschnitt, die Wallonie bleibt mit 3,2 Punkten deutlich zurück. Insgesamt erreichen drei Viertel aller Unternehmen in Belgien nicht einmal die Hälfte der Zielmarke.

Die Ursachen sind unterschiedlich verteilt: In Brüssel sorgt ein dichtes ÖPNV-Netz für vergleichsweise gute Werte – fast ein Viertel (23,4 %) aller Arbeitswege wird mit Bus, Tram oder Metro zurückgelegt. In Flandern punktet vor allem das Fahrrad: 10 % aller Pendelfahrten in einem durchschnittlichen Unternehmen erfolgen auf zwei Rädern – deutlich mehr als in Brüssel (4,1 %) oder in der Wallonie (1,5 %). In der Wallonie bleibt das Bild besonders trüb: Über 80 % der Betriebe liegen mit ihrem Mobilitäts-Score unter 5 Punkten.

Firmen können nur bedingt gegensteuern

„Um ihre Werte zu verbessern, können Unternehmen auf drei Hebel setzen: Elektrifizierung, eine Verlagerung auf nachhaltigere Verkehrsmittel und die Reduzierung von Fahrten“, erklärt Securex-Forscherin Sien Van Overloop. Doch klar sei auch: „Ohne gezielte Investitionen in die Infrastruktur durch die öffentliche Hand können die Firmen das nicht alleine stemmen.“

Besonders schwer wiegt nach wie vor der hohe Anteil an Firmenwagen. Fast 14 % aller Arbeitswege in Belgien erfolgen damit – und knapp zwei Drittel dieser Wagen haben immer noch einen Verbrennungsmotor. Zwar steigt der Anteil an Elektro- und Hybridmodellen, doch ein nachhaltiger Durchbruch ist bislang nicht in Sicht. (belga/calü)

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  • Habe gehört, Nordkorea ist beim Fußabdruckreduzieren ganz vorne dabei.

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