Belgische Gastwirte fürchten Insolvenzen durch neues Rauchverbot

<p>Ein komplettes Rauchverbot auf Caféterrassen könnte die ohnehin fragile Branche weiter belasten.</p>
Ein komplettes Rauchverbot auf Caféterrassen könnte die ohnehin fragile Branche weiter belasten. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS

„Wir teilen das Ziel, die öffentliche Gesundheit zu schützen. Aber eine Maßnahme ohne Rücksprache mit den Betrieben weckt massive Sorgen um die Zukunft unserer Lokale“, sagte Matthieu Léonard, Präsident von Horeca Bruxelles. Er erinnerte daran, dass Gastronomen seit über zehn Jahren „erhebliche Investitionen“ getätigt hätten, um sich an klare Regeln zu halten.

Das Ende der bisher zugelassenen Raucherzonen werde das Problem nicht lösen, warnt der Verband. Vielmehr drohten Menschenansammlungen auf der Straße, Lärmbelästigung, Nachbarschaftskonflikte und zusätzliche Herausforderungen für die Kommunen. Auch die praktische Kontrolle eines 10-Meter-Radius um jede Terrasse sei kaum realistisch.

Ähnlich äußerte sich Horeca Wallonie. Die Föderation kritisiert die Schnelligkeit der Entscheidung, die ohne echte Konsultation gefallen sei, und verweist auf die wirtschaftliche Zerbrechlichkeit des Sektors: 2023 gab es fast 1.950 Insolvenzen mit rund 5.000 verlorenen Jobs. Ohne abgestimmte, verhältnismäßige Lösungen drohe das Verbot, die Branche dauerhaft zu schwächen.

Horeca Vlaanderen wiederum sprach von einem „dunklen Tag für die Wahlfreiheit im Gastgewerbe“. Zwar sei man erleichtert, dass das Rauchverbot nun erst 2027 und nicht schon 2026 gelten soll, betont Präsident Matthias De Caluwe. Doch er wiederholte die Forderung nach klaren Protokollen: „Wir wollen keine Hilfspolizisten sein.“ (belga/rt)

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