2024 wurden insgesamt 119.335 Arbeitsunfälle gemeldet – 95.343 davon am Arbeitsplatz selbst und 23.991 auf dem Weg dorthin. Während die Zahl der Unfälle am Arbeitsplatz im vergangenen Jahrzehnt um ein Fünftel zurückging, legten die Wegeunfälle um gut 13 Prozent zu.
Besonders auffällig: Fast die Hälfte (43 %) aller Arbeitswegunfälle hängt inzwischen mit sanfter Mobilität zusammen – 2019 waren es noch 34 %. Ein Boom zeigt sich vor allem bei E-Scootern: Sie sind mittlerweile in mehr als 5 % der Fälle beteiligt, 2019 lag der Anteil bei nicht einmal 1 %.
Die Folgen sind oft gravierend. Drei Viertel der Betroffenen können nach einem Unfall zumindest vorübergehend nicht arbeiten. Bei E-Scooter-Unfällen liegt dieser Anteil sogar bei 79 %. Die Zahl der gemeldeten Fälle hat sich seit 2019 versechsfacht – von 208 auf 1.254. Auch bei E-Bikes (von 273 auf 496) und Speed-Pedelecs (von 113 auf 371) stiegen die Unfallzahlen deutlich.
Besonders gefährlich sind Speed-Pedelecs: Rund zwölf Prozent der Betroffenen erleiden dort eine dauerhafte Beeinträchtigung. Bei E-Scootern sind es rund zehn Prozent – jede*r Zehnte bleibt lebenslang gezeichnet.
Zum Vergleich: Bei klassischen Fahrrädern verlaufen Unfälle meist glimpflicher. Dort bleibt es in 22 % der Fälle bei leichten Folgen – entweder ohne Konsequenzen (3 %) oder mit bloßen Behandlungskosten, aber ohne Arbeitsausfall (19 %).
Auch die Kosten für die Versicherer sind erheblich: Im Schnitt belaufen sich die Aufwendungen pro Fall auf 2.611 Euro bei temporärer Arbeitsunfähigkeit und auf fast 100.000 Euro bei dauerhafter Invalidität.
Die meisten Meldungen gehen in den Herbst- und Wintermonaten ein – mit einem Höhepunkt im Januar. Ein kleinerer Anstieg ist auch im Juni zu beobachten, wenn gutes Wetter viele zum Rad oder Scooter greifen lässt. Unter der Woche zeigen sich Unterschiede: Mittwochs und freitags gibt es etwas weniger Unfälle als an den übrigen Arbeitstagen.
Um die Risiken ins Bewusstsein zu rücken, startet Assuralia während der Europäischen Mobilitätswoche (16.–22. September) eine Sensibilisierungskampagne in den sozialen Medien. Ziel: mehr Prävention, weniger Unfälle.

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