Waasland-Beveren am Abgrund: Präsident bestätigt Manipulationsversuche

<p>Dirk Huyck, Präsident von Waasland-Beveren</p>
Dirk Huyck, Präsident von Waasland-Beveren | Foto: Photo News

Wie die flämische Tageszeitung „Het Nieuwsblad“ berichtet, wurden Waasland-Beveren rund 100.000 Euro angeboten, um das letzte und entscheidende Spiel gegen den KV Mechelen mit Absicht zu verlieren. Das bestätigte Huyck im Rahmen seiner Anhörung gegenüber einem Untersuchungsrichter. Der Präsident von Waasland-Beveren selbst sollte ebenfalls eine finanzielle „Belohnung“ erhalten, lehnte diese - so lautet die Erklärung seines Anwalts - aber ab.

Huyck hatte Spielervermittler Dejan Veljkovic, der inzwischen als Kronzeuge auftritt, im Vorfeld der Partie KV Mechelen gegen Waasland-Beveren zwei Mal getroffen. Nach einem der Treffen soll Huyck gegenüber Olivier Swolfs (Finanzdirekor von Waasland-Beveren) zu verstehen gegeben haben, dass er „kein Problem damit hat, zu helfen. Ich weiß aber nicht, wie ich es machen soll, ohne selbst ein Risiko einzugehen.“

„Es hat ein Angebot gegeben, das hat Herr Huyck aber abgelehnt. Die Versuche des KV Mechelen, das Spiel zu manipulieren, waren erfolglos“, so John Maes, der Anwalt von Huyck.

Und jetzt wird es gefährlich für Waasland-Beveren: Huyck wurde mindestens einmal kontaktiert, kam seiner Meldepflicht gegenüber dem Fußballverband aber nicht nach. Selbst der kleinste Versuch, den Ausgang einer Partie zu beeinflussen, muss von Trainern, Spielern oder Vereinsverantwortlichen beim Verband gemeldet werden. Weil Huyck genau das nicht tat, droht Waasland-Beveren mehr denn je der Abstieg in die 1. Division B. Maes: „Mein Mandant wusste nichts von einer Meldepflicht.“

In der kommende Woche, am Tag vor dem Pokalfinale zwischen KAA Gent und dem KV Mechelen, wird der genaue Fahrplan für die Verhandlungen vor der Einspruchskammer des Fußballverbandes festgelegt. (mn/jph/belga)

Was droht beiden Vereinen?

Waasland-Beveren droht u.a. wegen Missachtung der Meldepflicht der Zwangsabstieg.

Der KV Mechelen darf im Falle einer Verurteilung nicht aufsteigen, beginnt die neue Saison in der 1. Division B mit einem Abzug von zwölf Punkten und verliert seine Startrecht für den Landespokal und Europapokal.

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