Long Covid soll in Belgien offiziell als Krankheit anerkannt werden
Gesundheit
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Long Covid soll in Belgien offiziell als chronische systemische Erkrankung anerkannt werden. Das ist eine der zentralen Empfehlungen eines umfassenden 160-seitigen Berichts, den die Vereinigung Long Covid Belgium dem Hohen Gesundheitsrat (HGR) vorgelegt hat.
Ein Bericht an den Hohen Gesundheitsrat fordert, Long Covid in Belgien offiziell als chronische Krankheit anzuerkennen.
| Bild: belga
„Long Covid ist eine postvirale chronische Krankheit, die traditionelle medizinische Modelle infrage stellt“, heißt es in der Studie „Le long Covid, maladie invisible“. Das belgische Gesundheitssystem sei dafür bislang schlecht vorbereitet – unter anderem wegen zersplitterter Daten, mangelnder Koordination und Unterfinanzierung. Viele Betroffene lebten in „doppelter Unsicherheit“: krank zu sein und gleichzeitig keine medizinische Anerkennung zu erfahren.
Die Autoren fordern neben der offiziellen Anerkennung den Aufbau interdisziplinärer Referenzzentren in Verbindung mit der Grundversorgung. Diese sollten über ausreichendes Personal, Technik und digitale Ressourcen verfügen. Zudem brauche es eine dauerhafte öffentliche Forschungsfinanzierung sowie eine stärkere Einbindung Belgiens in europäische Initiativen wie den European Health Data Space (EHDS), das CHGE-Netzwerk oder die Programme Horizon Europe.
Gefordert wird schließlich eine neue Ethik in der Arzt-Patienten-Beziehung, die stärker das Erleben der Patienten berücksichtigt, medizinische Irrwege verhindert und die Prävention als zentrales öffentliches Gesundheitsziel begreift.
Long Covid sei eine komplexe und belastende Krankheit, betonen die Autoren, die eine interdisziplinäre, partizipative und ethische Herangehensweise für dringend notwendig halten. (belga/rt)
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