„Klassische Hausaufgaben“

Ich bin eine seit vielen Jahren pensionierte Primarschullehrerin und weiß eigentlich nicht genau, wie Hausaufgaben in der Grundschule heute aussehen.

Ich habe aber Kontakt mit Hausaufgabenschulen, in denen Ehrenamtliche auf bewundernswerte Weise Kindern, deren Eltern nicht in der Lage sind, ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, Hilfestellung leisten und finde schade, dass niemand – weder Eltern noch Lehrer – auf die interessante Kontroverse der zwei jungen Journalisten eingeht.

Zuerst einmal: Die Frage „Sind klassische Hausaufgaben noch zeitgemäß?“ wird schon seit ewigen Zeiten kontrovers diskutiert; dann gibt es Änderungsversuche, die schnell wieder auf Seite gelegt werden, um zum „klassischen“ Prozedere zurückzukehren. Dann, Sie werden es erraten haben: Ich bin contra, schon immer gewesen und finde es lustig, dass die Pro-Seite fast so viele Argumente dagegen aufführt wie die Contra-Seite!

Mir tun die schwachen Schüler leid, die sich nach mühevollem Ganztagsunterricht zu Hause noch einmal mit schulischen Spitzfindigkeiten abquälen müssen. Mir tun die Eltern leid, die sich dumm vorkommen müssen vor ihren kleinen Kindern, obwohl sie im Leben bewundernswert ihre Frau oder ihren Mann stehen. Mir tun eigentlich auch die guten Schüler leid, die alles schon in der Schule begriffen haben und trotzdem die Schultasche nach getanem Tagespensum nicht einfach bis zum nächsten Tag vergessen dürfen.

Aber... ich konnte mich schon früher nicht durchsetzen mit meinen Argumenten und werde auch heute auf wenig Gegenliebe stoßen!

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