MyMedJob soll Rekrutierung erleichtern: Lütticher Arzt startet Job-App

Immer mehr Stellen bleiben unbesetzt, gleichzeitig fehlen Ärztinnen und Ärzte der passende Überblick über offene Stellen und flexible Arbeitsmöglichkeiten.

MyMedJob will beide Seiten zusammenbringen. Die App richtet sich an Krankenhäuser, private Arztpraxen und paramedizinische Einrichtungen, die Personal suchen, ebenso wie an Fachkräfte, die eine neue Stelle oder einen Nebenjob anstreben, wie die frankofone Tageszeitung „La Meuse“ am Dienstag berichtet.

Zentralisiert werden Jobangebote, Bereitschaftsdienste und sogar die Möglichkeit, Praxisräume zur Vermietung anzubieten. Für die Nutzer bedeutet das: eine Plattform, die bislang verstreute Informationen an einem Ort digital bündelt.

„Während meiner Ausbildung habe ich sehr konkret erlebt, wie schwierig es für Kliniken ist, Bewerber zu finden“, erklärt Mendes. „Gleichzeitig habe ich gesehen, wie Kolleginnen und Kollegen nach Stellen suchen, aber nicht die passenden Informationen haben. Genau diese Lücke wollte ich schließen. Wir wollen eine zentrale Plattform schaffen, die den Austausch erleichtert und beschleunigt.“

15 Krankenhäuser haben sich MyMedJob angeschlossen, viele von ihnen in der Provinz Lüttich, dazu erste Partner in Brüssel, im Hennegau und in Luxemburg. Ziel ist es, nach und nach weitere Einrichtungen zu gewinnen, um ein möglichst dichtes Netzwerk zu schaffen. Auch innerhalb des CHU stößt die Initiative auf Zustimmung. „Wir haben derzeit große Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden“, sagt Frédéric Fievet, Leiter der Pneumologie. „Eine digitale Lösung wie diese kann uns helfen, schneller Kandidaten zu erreichen.“

Ein weiterer Aspekt macht die App besonders vielseitig: Neben klassischen Jobangeboten bietet sie Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, ihre privaten Praxen temporär zu vermieten. Damit öffnet sich ein zusätzlicher Kanal, um Ressourcen besser zu nutzen und Kontakte zwischen Fachleuten herzustellen. France-Isabelle Debry, Leiterin des Rechtsdienstes am CHU und Koordinatorin der Personalabteilung, sieht darin eine dringend notwendige Unterstützung. „Die Rekrutierung ist heute sehr kompliziert. Geeignetes Personal zu finden, ist eine enorme Herausforderung. Mit der App haben wir ein Werkzeug, das leicht zugänglich ist und unsere Arbeit erheblich erleichtert.“

Für Mendes war es entscheidend, eine Lösung zu schaffen, die sowohl für Bewerber als auch für Einrichtungen einen Mehrwert hat.

Wer eine Stelle sucht, kann gezielt nach Fachgebiet oder Region filtern, während Arbeitgeber ihre Angebote zentral einstellen können. So soll die Plattform helfen, die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen.

Obwohl die App erst seit Kurzem verfügbar ist, zeigt die Resonanz: Der Bedarf ist groß. Krankenhäuser und Arztpraxen hoffen, mit MyMedJob Zeit und Ressourcen zu sparen. Am Ende, so betonen die Beteiligten, sollen auch die Patienten profitieren, wenn offene Stellen schneller besetzt und Versorgungslücken geschlossen werden.

„Es ist eine neue Form der Zusammenarbeit, die wir dringend brauchen“, sagt Mendes. „Denn letztlich geht es darum, dass das Gesundheitssystem handlungsfähig bleibt. Eine funktionierende Personalvermittlung ist dafür ein entscheidender Schlüssel.“ (mo)

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