Neues Gaskraftwerk in Flémalle einsatzbereit

<p>Das neue Gaskraftwerk in Flémalle.</p>
Das neue Gaskraftwerk in Flémalle. | Foto: belga

Auf dem Gelände einer ehemaligen Kohlenzentrale an der Maas hat Engie seit Anfang 2023 eine moderne Anlage errichtet, die der Energiekonzern „das leistungsstärkste gasbetriebene Kraftwerk der Welt“ nennt. Mit einer Leistung von 875 Megawatt kann sie rund eine Million Haushalte versorgen und zählt damit zu den größten und leistungsfähigsten Gaskraftwerken weltweit. Die Dampfgasturbine nutzt neben Erdgas auch die entstehende Abwärme zur Stromproduktion, wodurch der CO₂-Ausstoß um etwa 20 % gesenkt wird.

Die Bauarbeiten stellten Engie vor erhebliche Herausforderungen: Unter anderem musste eine acht Kilometer lange Hochspannungsleitung unter der Maas verlegt werden, zudem zog sich der ursprünglich vorgesehene chinesische Hauptauftragnehmer aus dem Projekt zurück. Engie übernahm daraufhin selbst die Rolle des Bauherrn und koordinierte zeitweise bis zu 500 Beschäftigte auf der Großbaustelle. Erschwert wurde das Vorhaben auch durch die knappe Verfügbarkeit wichtiger Turbinenkomponenten, die wegen steigender Rüstungsinvestitionen stark nachgefragt waren.

Trotz aller Hürden ist die Anlage nun bereit für den Regelbetrieb. Mit einem Knopfdruck kann sie binnen einer Stunde ihre volle Leistung erreichen – ein Vorteil, wenn in wind- und sonnenarmen Wintermonaten kurzfristig zusätzliche Kapazitäten gebraucht werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 650 Millionen Euro. Über das staatliche Kapazitätsvergütungssystem erhält Engie eine Entschädigung dafür, dass die Anlage 15 Jahre lang verlässlich Leistung bereitstellt.

Neben Flémalle war auch ein zweites Engie-Gaskraftwerk in Vilvoorde geplant, doch dieses erhielt keine Genehmigung. Stattdessen baut das Energieunternehmen Luminus in Seraing an einer weiteren Anlage. Dort jedoch wird die Frist bis November voraussichtlich nicht eingehalten. (belga/gz)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment