Wenn Kinder erwachsen werden: Warum der Stress für Eltern in Belgien steigt

<p>Eltern von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind extrem gestresst.</p>
Eltern von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind extrem gestresst. | Foto: Peter Kneffel/dpa

Mehr als 60 Prozent von ihnen geben an, unter starkem Stress zu leiden. Auf einer Skala von 0 („überhaupt nicht gestresst“) bis 10 („maximal gestresst“) liegt der Durchschnittswert bei 6,6. Sechs von zehn Eltern bewerten ihr Stresslevel sogar mit 7 oder höher.

„Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen“: Für drei Viertel der Befragten trifft dieses Sprichwort ins Schwarze. Mehr als ein Drittel empfindet den Anstieg der Belastung sogar als „brutal“.

Woher der Druck kommt

Die größten Stressfaktoren sind die Zukunftsängste rund um Ausbildung und Beruf (66 Prozent). Viele Eltern fühlen sich von unsicherer Berufsorientierung, Leistungsdruck in Schule und Studium sowie einem unberechenbaren Arbeitsmarkt überfordert.

Daneben belasten finanzielle Sorgen (50 Prozent), das nächtliche Ausgehverhalten der Jugendlichen (49 Prozent) sowie Ängste vor Cybermobbing und negativen Einflüssen in den sozialen Medien (44 Prozent). Auch die Gesundheit der Kinder ist für fast die Hälfte der Befragten ein permanenter Grund zur Sorge.

Eltern fühlen sich allein gelassen

Rund jeder zweite Elternteil hat den Eindruck, dass die Gesellschaft und Arbeitgeber die „mentale Last“ von Elternschaft deutlich unterschätzen. Das Fehlen von Anerkennung verstärke Gefühle von Erschöpfung und Isolation, so die Studienautoren.

40 Prozent der Befragten würden im Rückblick einiges anders machen – darunter mehr als ein Drittel, das sogar einen anderen Partner für die Familiengründung wählen würde.

Wunsch nach Entlastung

Was würde helfen? Vier von zehn Eltern wünschen sich schlicht mehr Zeit für sich selbst. Ebenso viele plädieren für eine fairere Aufteilung der Familienarbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Ein Viertel räumt ein, den Stress nicht mehr allein bewältigen zu können und wünscht sich leichteren Zugang zu psychologischer oder organisatorischer Unterstützung – oder schlicht mehr Rückhalt aus dem Umfeld.

Am Ende bleibt jedoch das liebe Geld das größte Sorgenkind: Über die Hälfte der Eltern sieht finanzielle Sicherheit als entscheidenden Hebel, um die Stressspirale zu durchbrechen.

Auffällig ist auch die Zusammensetzung der Befragten: 89 Prozent waren Frauen, nur 11 Prozent Männer. (belga/calü)

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