„Virtual Donors“: Neue Organspende-Kampagne lockt Gamer mit Spiel-Mods

<p>Die Kampagne „Virtual Donors“ will Gamer für die Organspende gewinnen.</p>
Die Kampagne „Virtual Donors“ will Gamer für die Organspende gewinnen. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

In Belgien warten derzeit rund 1.500 Menschen auf eine lebenswichtige Organtransplantation – eine Zahl, die seit Jahren stabil ist. Grund dafür ist unter anderem, dass Angehörige auch im Todesfall noch ein Widerspruchsrecht haben, selbst wenn im Land offiziell das Opt-out-Prinzip gilt. Wer Organe spenden möchte, sollte sich daher ausdrücklich registrieren, betont der Verein.

Mit der Aktion will Reborn-to be Alive insbesondere junge Videospiel-Fans ansprechen: Wer sich als Spender einträgt, erhält Zugang zu einer Spieleerweiterung, bei der nach dem virtuellen Tod eines Spielers acht Freunde ein zusätzliches Leben erhalten – ein Sinnbild dafür, dass ein Organspender bis zu acht Menschenleben retten kann.

„Viele wissen, dass Belgien ein Opt-out-System hat, unterschätzen aber die Bedeutung einer aktiven Registrierung“, sagt Gründerin Stephanie Keustermans. „Oft sind Angehörige unsicher oder lehnen die Spende ab, weil sie den Willen der verstorbenen Person nicht kennen. Mit ‚Virtual Donors‘ wollen wir das Thema aus einer neuen Perspektive anstoßen – Registrierung ist kein bürokratischer Akt, sondern eine Verantwortung.“

Nach Angaben des föderalen Gesundheitsministeriums scheitern etwa 15 Prozent potenzieller Organspenden, weil Angehörige ihre Zustimmung verweigern. (belga/rt)

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