[Video] Schaerbeek: Zwangsräumung nach Bürgerprotest vorerst gestoppt
Solidarität
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Eine geplante Zwangsräumung in der Avenue Sleeckx im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek ist am Donnerstagmorgen vorerst ausgesetzt worden. In dem Gebäude leben seit rund zehn Monaten mehrere Menschen in prekären Aufenthaltsverhältnissen – darunter auch papierlose Migrant en und Geflüchtete aus Palästina. Das Haus selbst stand zuvor mehr als sechs Jahre leer.
Aktivisten stoppen Zwangsräumung durch friedliche Aktion.
| Bild: belga
Die Räumung war für den 7. August angesetzt, wurde aber nach einer friedlichen Mobilisierung der Nachbarschaft und Unterstützende kurzfristig gestoppt. Laut Polizei handelt es sich dabei lediglich um eine Verschiebung – sie könne jederzeit wieder angesetzt werden.
Bereits ab 7 Uhr versammelten sich Anwohner, Aktivisten und Unterstützer vor dem Haus mit der Nummer 74. Sie protestierten mit Plakaten und Kochtöpfen, um lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Gegen 9 Uhr traf ein Gerichtsvollzieher ein, begleitet von einem Schlosser, Möbelpackern und Polizeikräften. Angesichts der etwa 30 anwesenden Unterstützer zogen sich die Einsatzkräfte nach einem kurzen, ruhigen Gespräch wieder zurück.
„Heute wird niemand geräumt – aber wir können jederzeit zurückkehren“, erklärte ein Polizeisprecher laut Augenzeugenberichten. Die Bewohner zeigten sich zwar erleichtert, bleiben aber wachsam.
„Diese Menschen – viele ohne Papiere – haben sich entschieden, dieses lange leerstehende Haus zu besetzen, um nicht auf der Straße zu landen“, berichtet Claire, eine Nachbarin. „Dank der Unterstützung haben wir nun zumindest einen kurzen Aufschub erreicht.“
Das unterstützende Kollektiv kündigte an, rechtliche Schritte vor dem Friedensgericht einzuleiten, um eine Verhandlung mit der Eigentümerin zu erzwingen. Bisher habe sie jede Kommunikation verweigert. Eine temporäre Nutzungskonvention könne jedoch für beide Seiten eine Lösung darstellen, betonen die Aktivisten. (belga/rt)
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