Nach 17 Jahren bei 1860 München macht der Torwart in Eupen seinen ersten Schritt ins Ausland. Noch lebt er in einem Eupener Hotel, schon bald sollen Frau und Tochter ihm nach Ostbelgien folgen. Mit der AS soll er eine erfolgreiche Saison erleben, die im Idealfall in der Rückkehr in die 1. Division mündet. Rund eine Stunde lang unterhielt sich Marco Hiller am Dienstagnachmittag mit den beiden GE-Redakteuren Mike Notermans und Carsten Lübke. Dabei sprach er unter anderem über ...
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... den Schritt ins Ausland
„Ich wollte etwas Neues, etwas Spannendes erleben. Die ersten Tage hier waren aufregend und intensiv. Ich bin absolut davon überzeugt, dass das der richtige Weg war.“
2
... den Saisonstart
„Ich freue mich, dass es bald losgeht. Die Vorbereitung ist immer das eine, aber genauso froh ist man, wenn sie dann wieder vorbei ist. Am Ende des Tages geht es um Punkte – deswegen spielen wir alle Fußball. In der Vorbereitung gibt es die eben nicht. Jetzt freue ich mich auf das erste Spiel.“
3
... seinen Status
„Ich war bei den Löwen am Ende die Nummer eins und wollte mich jetzt nicht irgendwo auf die Bank setzen. Für einen Torhüter ist es wichtig, dass er spielt. Auch für den Entwicklungsprozess ist das das A und O. Deswegen habe ich einen Verein gesucht, bei dem ich Spielpraxis bekomme – und nun bin ich hier. Was ich über den belgischen Fußball wusste? Um ehrlich zu sein: nicht viel. Stephan Salger, mit dem ich zwei Jahre lang gespielt habe, hat Kontakte zu Eupen und mich eines Tages angerufen und gefragt, wie es ausschaut. Ob ich mir Eupen vorstellen kann. Nach den ersten Gesprächen hier hatte ich ein gutes Bild und freue mich jetzt riesig auf die Herausforderung.“

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... seinen Weg ins Tor
„Ich wurde im Alter von sieben Jahren ein bisschen ins Tor gezwungen, sage ich mal. Wir hatten damals keinen Torwart mehr, während ich eigentlich immer zu spät beim Training war. Einmal war ich dann doch zu früh da, und der Trainer hat mich ins Tor gestellt und einfach mal drauflos geschossen. Ab dann stand ich im Tor – und am Ende hat es sich ja auch ausgezahlt.“
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... seinen Abschied aus München nach 17 Jahren
„Die Entscheidung ist mir auf jeden Fall nicht leicht gefallen. Am Ende haben eben mehr Punkte für einen Abschied gesprochen als dafür, meinen Vertrag zu verlängern. Irgendwann habe ich mir selbst gesagt: Ich bin mit 28 Jahren in einem guten Alter. Wenn ich etwas Neues entdecken möchte, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Letztlich konnte ich dann auch mit gutem Gewissen sagen, dass es Zeit für etwas Neues ist. Ich bin dankbar für alles, was ich bei 1860 München erleben durfte. (...) Es sind so viele Sachen auf und neben dem Platz passiert – ich könnte wahrscheinlich ein Buch schreiben.“
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... die Zuschauerzahlen in Belgien im Vergleich zu Deutschland
„Deutschland ist internationales Topniveau, wenn man sich die Zuschauerzahlen anschaut. Selbst in der 3. Liga war bei uns jedes Heimspiel ausverkauft, bei einem Großteil der Auswärtsspiele waren 15.000 bis 20.000 Zuschauer da. Mir war bewusst, dass das hier nicht so oder eben anders ist. Aber wenn wir guten Fußball zeigen, dann kommen auch die Leute ins Stadion. Dafür sind wir am Ende verantwortlich.“
7
... seine Stärken
„Das hängt natürlich auch immer mit dem Spielstil des Trainers zusammen. Ich mache gerne mit, wenn der Torhüter viel ins Spiel eingebunden wird. Auf der Linie und im Eins-gegen-eins sehe ich definitiv meine Stärken – da sehe ich mich gut aufgestellt.“
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... das letzte Testspiel mit Eupen am Samstag gegen Willem II
„Das hat uns auf jeden Fall gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Während der Vorbereitung sind immer wieder neue Spieler hinzugekommen, was für Rotation gesorgt hat. Auch deswegen haben die Resultate nicht immer gestimmt – was in der Vorbereitung allerdings nicht das Wichtigste ist. Aber dennoch war es wichtig, mit einem Sieg und dem Wissen, dass wir guten Fußball spielen können, abzuschließen und am Samstag mit einem guten Gefühl in das Spiel gegen Lüttich zu gehen.“ (mn/calü)

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