Inflation in Belgien sinkt erstmals seit Januar unter 2 Prozent

<p>Die Preissteigerungen in Belgien verlangsamen sich deutlich.</p>
Die Preissteigerungen in Belgien verlangsamen sich deutlich. | Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Inflation misst die jährliche Preisentwicklung für Waren und Dienstleistungen. Noch im Juni war sie nach fünf Monaten Rückgang leicht gestiegen. Nun zeigt der Trend wieder nach unten: Im Mai hatte die Rate bei 2,01 Prozent gelegen.

Der Verbraucherpreisindex kletterte im Juli zwar leicht um 0,66 Punkte oder 0,49 Prozent auf 135,36 Punkte. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Preise für Flugtickets, Hotelübernachtungen, Treibstoff, Fleisch, Inlandsreisen sowie Restaurants und Cafés. Dämpfend auf die Inflation wirkten dagegen insbesondere sinkende Kosten für Auslandsreisen und Städtetrips.

Der sogenannte Gesundheitsindex, der keine Preise für Alkohol, Tabak und Treibstoff berücksichtigt, sank von 2,37 Prozent im Juni auf 2,08 Prozent im Juli. Er ist entscheidend für die automatische Anpassung von Löhnen und Sozialleistungen an die Preisentwicklung.

Die Kerninflation, die Energie und unverarbeitete Lebensmittel außen vor lässt, verringerte sich ebenfalls – von 2,63 Prozent im Juni auf nun 2,36 Prozent.

Warum unter 2 Prozent gute Nachrichten sind

Die Zwei-Prozent-Marke gilt in der Wirtschaft als wichtiger Referenzwert. Viele Zentralbanken – auch die Europäische Zentralbank (EZB) – streben eine Inflationsrate „nahe, aber unter zwei Prozent“ an, um Preisstabilität zu gewährleisten. Liegt die Inflation deutlich über diesem Wert, verlieren Verbraucher spürbar Kaufkraft. Fällt sie deutlich darunter, droht dagegen eine wirtschaftliche Abkühlung. Dass Belgien nun erstmals seit Januar wieder unter dieser Marke liegt, wird daher als Signal einer beginnenden Normalisierung gesehen. (belga/calü)

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