In einer Mitteilung auf seiner Facebook-Seite kündigte Daye am Dienstag an, die repräsentativen Aufgaben der Stadtführung vorübergehend an die Schöffen zu übertragen. Er bleibt jedoch weiterhin offiziell Bürgermeister.
Der Grund für seinen Rückzug ist eine Anklageschrift. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Mons ist Daye wegen der Anstiftung zur Unzucht und der Versendung von pornografischen Videos an einen Minderjährigen angeklagt worden. Näheres teilte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit.
„Ich bin mir der Emotionen bewusst, die diese Situation ausgelöst hat. In Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und nach Rücksprache mit meiner Familie, meiner Fraktion und der Mehrheit habe ich beschlossen, die Vertretung der Stadt an meine Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat zu übergeben“, so Daye.
Gleichzeitig betont er seine Unschuldsvermutung: „Ich sage es klar und deutlich: Eine Anklage ist kein Urteil. Ich freue mich darauf, mich im Rahmen des vorgesehenen juristischen Verfahrens vollständig äußern zu können.“
Bereits im April, nach ersten Medienberichten über den Fall, hatten die Oppositionsparteien PS und Ecolo Daye aufgefordert, zurückzutreten. Nach der nun offiziellen Anklage erneuerten sie diese Forderung. (belga/calü)

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