Tytgat hatte im Auftrag des flämischen Rundfunks (VRT) Trümmerteile analysiert, die nach dem Feuer rund um das Podium entdeckt wurden. Die Bühne war unter anderem aus Styropor, Sperrholz und PU-Schaum gebaut – Materialien, in denen BPA häufig vorkommt.
„Bisphenol A ist zwar nicht krebserregend, aber kann die Haut reizen, Atemwege belasten und ist in größeren Mengen toxisch für die Leber“, erklärt Tytgat gegenüber der VRT. „Wer auf Reste stößt, sollte sie mit Handschuhen und Maske in einen geschlossenen Beutel geben und beim Sperrmüll oder im Recyclinghof entsorgen.“
Toxikologe warnt – Festivalbetreiber beschwichtigt
Die Nähe der Fundstellen zum aktuellen Festivalgelände bewertet Tytgat kritisch: „Dass dort jetzt wieder getanzt wird, ist aus toxikologischer Sicht nicht ideal. Bei einem Brand dieser Größenordnung sollte man das Gebiet zunächst gründlich dekontaminieren und abdecken.“
Die Festivalorganisation widerspricht dieser Einschätzung entschieden. Man habe unmittelbar nach dem Brand unabhängige Expertenteams und zuständige Behörden zur Beurteilung herangezogen. „Der Bereich um das Podium wurde vollständig gesäubert, abgeschirmt und steht seither unter ständiger Kontrolle“, so eine Sprecherin von Tomorrowland. „Die Reste werden permanent bewässert, um die Verbreitung von Staub zu verhindern. Bislang gibt es keinerlei Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko.“
Tomorrowland reagierte scharf auf den Bericht der VRT und spricht von „Panikmache“. Die Verantwortlichen wirfen einzelnen Experten vor, sich ohne Ortsbesichtigung oder Rücksprache mit Behörden geäußert zu haben. „Wir wissen nicht, woher die analysierten Proben stammen, noch nach welchen Methoden sie untersucht wurden. Solche Aussagen sorgen unnötig für Verunsicherung.“
Die Festivalleitung betont, dass Sicherheit oberste Priorität habe – und alle Maßnahmen mit größtmöglicher Sorgfalt und Transparenz getroffen worden seien. (belga/calü)

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