[Video] Breiter Protest gegen Sparpläne in Gent – Gewerkschaften drohen mit „heißem Herbst“

<p>„Rund 1.000 Menschen protestierten am Freitag in Gent gegen die Sparpläne des Stadtrats – darunter viele städtische Angestellte und Kulturschaffende.</p>
„Rund 1.000 Menschen protestierten am Freitag in Gent gegen die Sparpläne des Stadtrats – darunter viele städtische Angestellte und Kulturschaffende. | Foto: belga

Ausgangspunkt der Aktion war ein Protest bei der Abfallgesellschaft Ivago, der rasch Unterstützung aus anderen städtischen Diensten sowie der Verwaltung erhielt. Auch Kulturschaffende beteiligten sich mit Reden, Slam Poetry und satirischen Beiträgen.

Dieses Video entstand beim Protest in Gent.

Die Gewerkschaften kritisieren vor allem die geplanten 416 Entlassungen. Jeroen Demuynck von der sozialistischen Gewerkschaft im öffentlichen Dienst warf dem Stadtrat vor, das Sommerloch zu nutzen, um den Widerstand zu brechen: „Menschen wurden im Urlaub angerufen, während sie am Strand lagen, um ihnen mitzuteilen, dass ihre Stelle gestrichen wird.“ Er sprach von einer bewussten Taktik, um Protest zu erschweren. Zudem prangerte Demuynck die Prioritätensetzung der Stadt an: Während beim Personal und bei sozialen Projekten gespart werde, flössen weiterhin Millionen in Prestigeprojekte wie das neue Kongresszentrum. „Es gab bislang keine demokratische Debatte über das mehrjährige Finanzierungsprogramm“, so Demuynck.

Peter Wieme von der christlichen Gewerkschaft sprach von einem „klaren Signal“ gegen die Sparpolitik und forderte, die Entlassungspläne vom Tisch zu nehmen. Er warnte: „Wenn die Stadt nicht nachsteuert, wird es einen heißen Herbst geben.“ Weitere Aktionen sollen nach dem Sommer folgen – erste Maßnahmen sind bereits ab Mitte August geplant. Trotz der eingeschränkten Mobilisierungsmöglichkeiten während der Gentse Feesten bezeichneten die Gewerkschaften die Aktion als Erfolg: Bei Ivago hätten sich rund 80 Prozent des Personals beteiligt, insgesamt seien trotz Urlaubszeit über 1.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Am Freitagnachmittag fand ein Treffen zwischen Gewerkschaften und einer Delegation des Stadtrats statt. Konkrete Ergebnisse wurden nicht bekannt, die Gewerkschaften sprachen jedoch von einer ersten „Kraftprobe“ und kündigten an, den Druck im Herbst weiter zu erhöhen. (belga/sc)

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