Als amtierender Weltmeister und Olympiasieger im Zeitfahren gehörte Evenepoel am Mittwoch in Caen automatisch zu den großen Favoriten auf den Tageserfolg. Schon 2024 bei seiner ersten Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt hatte er beim Kampf gegen die Uhr seinen bis gestern einzigen Etappensieg eingefahren und Tadej Pogacar damals zwölf Sekunden abgenommen.
Am Mittwoch machte Evenepoel „Jagd“ auf den Etappensieg und das Gelbe Trikot, in dem Mathieu van der Poel in das erste von zwei Zeitfahren gestartet war. „Es ist möglich“, hatte sich Evenepoel am Dienstagabend optimistisch gezeigt, um 16.44 Uhr rollte er von der Startrampe. Beim ersten Zwischenpunkt lag er noch drei Sekunden hinter dem Führenden, ehe der Rückstand auf acht Sekunden anwuchs.
Doch Evenepoel holte auf: 8,3 Kilometer vor dem Ziel übernahm er erstmals die Führung: 11 Sekunden betrug sein Vorsprung auf Edoardo Affini, er sollte bis auf 33 Sekunden anwachsen. Ins Ziel kam der Belgier nach 36:42 Minuten – sofort richtete er die Blicke auf Tadej Pogacar. Der Titelverteidiger kam mit 16 Sekunden Rückstand auf Evenepoel über die Linie, übernimmt aber das Gelbe Trikot.
Zu den größten Verlierern des Tages gehört Jonas Vingegaard: Der zweifache Toursieger verlor im Gesamtklassement mehr als eine Minute auf Pogacar. In der Gesamtwertung liegt Evenepoel mit 42 Sekunden hinter Pogacar auf Platz zwei. Mit 1:13 Minuten Rückstand rutscht Vingegaard auf Platz vier ab.
Der Sieg von Evenepoel beim Zeitfahren war aus belgischer Sicht bereits der dritte bei der diesjährigen Tour. Vor ihm siegten Jasper Philipsen (1. Etappe) und Tim Merlier (3. Etappe).
Das zweite Zeitfahren der Tour dürfen die Fans bei der 13. Etappe bestaunen, wenn der spektakuläre Schlussanstieg über einen Flugplatz nach Peyragudes ansteht.

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