Hürdenlauf nach Lüttich

Mit großem Interesse habe ich den Artikel bezüglich studierende Ostbelgier in Lüttich gelesen. Meine Tochter studiert in Maastricht/NL, und ich kann eigentlich vieles bestätigen, was ich hier lese. Ob wir jetzt als Ostbelgier benachteiligt sind, sei dahingestellt, denn wir haben nun mal nicht die Vielfalt an Universitäten im Angebot, also muss man reisen. Das muss der Student aus Bertrix oder Zichen-Zussen-Bolder auch. Die Aussage des Vize-Rektors der Uni Lüttich, Herrn Duysinx, dass die Studierenden, die ein Zimmer brauchen, gleich nach Maastricht oder Aachen gehen, halte ich jedoch für grundsätzlich falsch und/oder überholt.

Neben der Tatsache, dass man innerhalb der Euregio ganz einfach kein internationales Zug-Abo kaufen kann (also entweder zwei Abos oder jedes Mal eine internationale Fahrt zahlen), sind die Mietpreise für Studentenzimmer in Maastricht überteuert, und es gibt kaum Wohnraum unter 700 Euro (abgesehen von dreckigen Kaschemmen). Ich glaube auch, dass der Herr Duysinx sich mal mit einem jungen Aachener Bürger unterhalten sollte, der günstigen Wohnraum sucht... Student oder nicht.

Wir haben über ein Jahr nach einem anständigen „kot“ in Maastricht gesucht, viele Studenten dort nehmen teilweise haarsträubende Zustände oder Preise in Kauf. Unsere Tochter zahlt aktuell 750 Euro im Monat. Und das ist echt günstig. Bestimmt gibt es Ausnahmen, aber viel eher ist es die Regel dort.

Tatsache ist, dass studierende Ostbelgier viel Zeit für die Fahrt zur Uni brauchen, aber auch Eltern mit dem nötigen Kleingeld (wenn diese kein Anrecht auf Unterstützung haben, wenn zum Beispiel beide Elternteile arbeiten), egal ob Lüttich, Löwen oder Maastricht. Ach ja, ich vergaß die jährlichen 2.500 Euro Studiengebühr in Maastricht. Das ist ungefähr das Dreifache von einem Lütticher Studenten.

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