Preisträger des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs kommen am Sonntag nach St.Vith

<p>Nikola Meeuwsen</p>
Nikola Meeuwsen | Foto: Alexandre de Terwangne

Nikola Meeuwsen, der jüngste Finalist und Sieger des diesjährigen Wettbewerbs, überzeugte mit seinem poetisch durchdrungenen Spiel – von Liszts dramatischem „Après une lecture de Dante“ im Halbfinale bis zur leidenschaftlich intensiven Interpretation von Prokofjews 2. Klavierkonzert im Finale. Der niederländische Pianist studiert derzeit an der Accademia Internazionale di Imola sowie an der Queen Elisabeth Music Chapel bei renommierten Professoren.

Ausgezeichnet u.a. mit dem Grachtenfestival-Preis (2022) und dem Concertgebouw Young Talent Award, ist Meeuwsen als Solist und Kammermusiker bereits mit bedeutenden Orchestern und Partnern aufgetreten.

In St.Vith eröffnet er das Konzert mit Chopins erstem Klavierkonzert – ein Werk voller innerer Kontraste: verträumt und innig im Ausdruck, brillant in der pianistischen Ausgestaltung. Das Larghetto offenbart eine beinahe intime Klangsprache, als spräche der Komponist im Flüsterton von Erinnerungen, die zu zerbrechlich sind für laute Worte. Das Orchester antwortet – mal feinfühlig zurückhaltend, mal farbig unterstützend. Ein tänzerisches, energiegeladenes Finale beschließt den ersten Teil des Abends.

Im zweiten Teil interpretiert Wataru Hisasue Brahms’ zweites Klavierkonzert – ein Meisterwerk, das durch seine symphonische Weite ebenso beeindruckt wie durch seine nach innen gerichtete Ruhe. Der Zweitplatzierte des KEW 2025, Wataru Hisasue, der bei Klaus Hellwig an der Universität der Künste Berlin studiert, widmet sich mit besonderem Interesse der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und tritt regelmäßig in Europa und Japan auf.

<p>Wataru Hisasue</p>
Wataru Hisasue | Foto: Thomas Léonard

Er wurde u.a. mit dem Ersten Preis und Publikumspreis des Concours de Lyon (2015) sowie dem Dritten Preis beim ARD-Musikwettbewerb (2017) ausgezeichnet. Der Stipendiat der ROHM Music Foundation veröffentlichte zuletzt sein zweites digitales Album bei Musideco.

Brahms’ Konzert stellt das Klavier nicht als glänzenden Solisten heraus, sondern als inneres Zentrum: Es spricht, lauscht, atmet – eingebettet in ein komplexes musikalisches Gewebe. Besonders im Andante entfaltet sich eine stille Kammermusikszene: Das Solocello erhebt die Stimme, das Klavier antwortet behutsam – ein Zwiegespräch von berührender Sanftheit voller Wärme und feiner Transparenz. (red/jj)

Tickets und weitere Informationen unter:
www.obf.be

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