Fronleichnam im Ourtal

ich suche dich noch immer

in den schäumenden wiesen

im tal von steffeshausen

die nacht wird bald ein ende nehmen

philomena und donatus genießen

das späte pfingstliche brausen

erzittern und erbeben

 

ich möchte dich herr

mit staunenden augen

durch die fronleichnamsdörfer tragen

nichts anderes als scheues tasten

im lichten grün der frühen trauben

keine zweifel mehr

keine bangen fragen

nur ein erstes glas

nach dem tristen fasten

 

hinter dem goldglanz

der monstranzen

verbirgt sich das kleine der eine

drum beugt das knie die glocke läute

ziert euch nicht und weint vor freude

wenn engel und

marien im reigen tanzen

sie streuen blutroten mohn

ins heilige heute

auch noch morgen selig geborgen

 

nichts trübt die frühe

der tau die blauen wälder

behüten die stille die tiefe

wo die einsamen lichtungen sind

ein altes lied zieht

über farne und felder

und die leuchtenden blätter

der paulusbriefe

heben sich sanft im sommerwind

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