Seit 2022 ist die VoG VHS-Bildungsinstitut aus Eupen aktiver Partner im transnationalen Projekt „Include³“, das unter der Koordination der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) in Mannheim und in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerinstitutionen aus Zypern, Slowenien, Litauen und Belgien durchgeführt wird.
Die VHS betont in einer Mitteilung der Regierung: „Unser Ziel für das Abschlussevent des Erasmus+-Projektes ‘Include 3’ in Brüssel war es, mehr als nur eine Konferenz zu organisieren. Wir wollten eine Plattform für echten Dialog schaffen, indem wir für drei Veranstaltungen Entscheidungsträger, aktuelle und zukünftige Fachkräfte und Menschen mit Beeinträchtigungen direkt an einen Tisch gebracht haben. Dieser direkte Austausch im Netzwerk ist für unsere Projektgruppe entscheidend für nachhaltige Veränderungen im Sinne einer inklusiven Gesellschaft.“

Das Projekt hat sich zum Ziel gemacht, praxisnahe und nachhaltige Wege zu entwickeln, um insbesondere Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen aus beschützenden Werkstätten in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Im Fokus steht die Entwicklung eines innovativen Lernprogramms, das auf den individuellen Stärken der Teilnehmenden aufbauen und den Übergang von beruflicher Qualifikation zu nachhaltiger Beschäftigung erleichtern soll. „Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung ist ein Menschenrecht“, so Sozialministerin Klinkenberg in ihrer Ansprache. „Include³ zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu konkreten Lösungen und mehr Inklusion führen kann. Dafür braucht es ein Umdenken, so dass der Fokus auf den Stärken und nicht auf den Schwächen potenzieller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegt.“

Kulturminister Gregor Freches betonte in seiner Rede die Bedeutung solcher Projekte für die gesellschaftliche Entwicklung und die Bildungslandschaft in Ostbelgien: „Inklusion gelingt nicht von allein – sie braucht Strukturen, mutige Projekte und politischen Willen. Das Erasmus+-Projekt Include³ zeigt eindrucksvoll, wie europäische Zusammenarbeit konkrete Wege in den Arbeitsmarkt öffnen kann – gerade für Menschen, deren beruflicher Weg bisher oft im Rahmen der Beschützenden Werkstätte geblieben ist. Die Volkshochschule Eupen, als eine der anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtungen in Ostbelgien, beweist mit diesem Engagement, wie vielseitig und wirkungsvoll Erwachsenenbildung heute sein kann. Sie schafft Räume für Teilhabe, Qualifikation und Sichtbarkeit. Dafür danke ich der VHS und allen Projektbeteiligten ausdrücklich.“

Auch Liliane Mreyen von der VHS bestätigt: „Für mich ist Inklusion die Verwirklichung von Teilhabe, wo jeder Beitrag zählt und Vielfalt zur Stärke in der Gesellschaft wird. Wir sprechen von gelungener Inklusion, wenn die Frage nicht mehr lautet: ‘Passt dieser Mensch in unser System?’, sondern: ‘Wie gestalten wir unser System so, dass wir auf dieses Talent nicht verzichten müssen?’ Die Vermittlung der Menschen mit Unterstützungsbedarf ist dann kein Akt der Fürsorge mehr, sondern eine strategische Entscheidung für die Stärke unserer Gesellschaft.“ Während der dreijährigen Projektlaufzeit (2022–2025) wurden Fokusgruppen durchgeführt, Leitlinien entwickelt, ein Curriculum erstellt sowie didaktisches Lernmaterial produziert. Die Abschlussveranstaltungen richteten sich insbesondere an Fachkräfte aus dem sozialen Bereich sowie an Akteure aus beschützenden Werkstätten und der beruflichen Integration. (red/sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren