Richard Carapaz wird beim Giro zum Gewinner des Tages

<p>Richard Carapaz wird beim Giro zum Gewinner des Tages</p>
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Den Sieg bei der Bergankunft in San Valentino sicherte sich nach 203 harten Kilometern Christian Scaroni, der als Ausreißer Arm in Arm mit seinem Kollegen Lorenzo Fortunato vom Team XDS Astana über die Ziellinie rollte. Roglic-Teamkollege Giulio Pellizzari machte einen italienischen Dreifachsieg komplett.

Der Vorsprung des Gesamtführenden Isaac Del Toro (UAE Emirates-XRG) schmolz derweil dramatisch. Das mexikanische Top-Talent konnte in der Gruppe der Klassementfahrer eine Attacke des Ecuadorianers Carapaz (EF Education-EasyPost), der am Ende Vierter wurde, rund sechs Kilometer vor dem Ziel nicht mitgehen. Carapaz, Gesamtsieger von 2019, verkürzte seinen Rückstand von 2:07 Minuten auf 31 Sekunden und ist nun Dritter, Simon Yates (Großbritannien/Visma-Lease a Bike) belegt mit 26 Sekunden Rückstand Rang zwei. Del Toros spanischer Teamkollege Juan Ayuso, bislang Dritter der Gesamtwertung, fiel weit zurück.

Roglic war bereits im Verlauf der 108. Italien-Rundfahrt mehrfach in Unfälle verwickelt gewesen und fuhr auch deshalb nicht an seiner Leistungsgrenze. Vor dem Start der 16. Etappe stapelte der 35-Jährige entsprechend tief. „Heute geht es ums Überleben“, sagte Roglic bei Eurosport. Im Gesamtklassement war der Giro-Champion von 2023, der in diesem Jahr auf zwei Etappen das Rosa Trikot trug, auf den zehnten Platz zurückgefallen. Auf die Gesamtwertung zu fahren, sei nicht mehr realistisch: „Gestern konnte ich noch nicht mal aufs Rad steigen. Wenn ich spüre, dass ich kann, werde ich durchfahren. Andernfalls wird jeder Kilometer zur Herausforderung.“

Die härteste Bergprüfung des diesjährigen Giro bei kühlen Temperaturen und schlechtem Wetter forderte Roglic. Erst aber, als er rund 95 km vor dem Ziel wie auch Mitfavorit Carapaz abermals zu Fall kam, war an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken.

Es war der Tiefpunkt einer bislang mäßigen Saison für Roglic. Seine Equipe wollte sich bei der Italien-Rundfahrt für eine enttäuschende Klassikersaison entschädigen.

Zu Beginn der Schlusswoche wurden stattdessen Erinnerungen an die Tour de France 2024 wach. Bereits damals musste ein ambitionierter Roglic nach Stürzen aufgeben. Die Enttäuschung beim Giro 2025 komplettierte der Ausfall des Australiers Jai Hindley. Der Giro-Sieger von 2022 stieg als Co-Kapitän nach einem Crash schon auf der sechsten Etappe aus. Roglic dürfte den Fokus nun auf die Reha und Vorbereitung auf die Tour im Juli legen. Ob er dort als uneingeschränkter Kapitän ins Rennen geschickt wird, bleibt abzuwarten. Kurz vor seiner bekanntgewordenen Aufgabe stockte vielen Radsport-Fans der Atem. Der italienische Profi Alessio Martinelli stürzte schwer. Der 24-Jährige kam knapp 100 Kilometer vor dem Ziel auf einer Abfahrt zu Fall und schlitterte über die Straße einen Abgrund herunter. Sein italienisches Team teilte mit, dass Martinelli bei Bewusstsein ins Krankenhaus gebracht wurde. Sein Zustand sei stabil. (mn/sid)

<p>Alessio Martinelli stürzte mehrere Meter eine steile Böschung hinuter. Sein Zustand soll stabil sein.</p>
Alessio Martinelli stürzte mehrere Meter eine steile Böschung hinuter. Sein Zustand soll stabil sein. | Foto: belga

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