„Werder-Knall!“, „Paukenschlag!“, „Abschied schon im Sommer?“ Kaum war die Nachricht von Ole Werners weitreichender Entscheidung in der Welt, überschlugen sich die Schlagzeilen. Fakt ist: Der Trainer wird seinen 2026 auslaufenden Vertrag bei Werder Bremen nicht verlängern. Wie es an der Weser nun im Sommer weitergeht, ist völlig offen.
„Wir bedauern diese Entscheidung sehr, weil wir uns eine langfristige Zusammenarbeit mit Ole weiterhin sehr gut vorstellen konnten“, wird Werders Fußball-Geschäftsführer Clemens Fritz in der Klub-Mitteilung zitiert, die am Montag verbreitet und anschließend in der Szene heiß diskutiert wurde. Von einer „brisanten Entscheidung“ schrieb etwa das Portal Deichstube.
Werner, der mit seiner bodenständigen, unaufgeregten Art und seiner kontinuierlichen Arbeit das Interesse anderer Bundesliga-Klubs geweckt hat, übernahm die Bremer zu Zweitligazeiten im November 2021 und führte sie in seiner ersten Saison auf Anhieb zurück in die Bundesliga. Dort steigerte sich Werder von Jahr zu Jahr, die zurückliegende Saison beendete der Klub mit 51 Punkten auf Platz acht. Wie schon im vergangenen Jahr schrammte Bremen nur haarscharf an der Rückkehr ins internationale Geschäft vorbei.
Genau dorthin, nach Europa, möchte Werner – und forderte für dieses Ziel nicht bloß intern Veränderungen im Kader. Für Profifußball-Verhältnisse sei er schon eine lange Zeit in Bremen, sagte er kürzlich beispielsweise in einem Deichstube-Interview: „Im nächsten Sommer wären es viereinhalb Jahre. Wenn man da immer wieder neue Energie schaffen möchte, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es müssen sich um einen Trainer herum Dinge verändern, oder irgendwann ist es an dem Punkt, wo es für alle gut ist, wenn sich auf der Position des Trainers etwas tut.“
Letzteres scheint nun der Fall zu sein. Ob Werner, der in 128 Pflichtspielen beim SVW im Schnitt 1,44 Punkte pro Spiel holte, überhaupt über den Sommer hinaus Werder-Trainer bleibt? „Scheint offen“, schrieb der Weser-Kurier. Die Bild-Zeitung ging schon einen Schritt weiter und titelte am Montag: „Trainer-Knall bei Werder bahnt sich an.“
Die Werder-Bosse, die den Werner-Vertrag dem Vernehmen nach gern langfristig verlängert hätten, reagierten zurückhaltend auf die neue Nachrichtenlage. „Wir müssen die Entscheidung jetzt annehmen und werden die aktuelle Situation analysieren und entscheiden, was für Werder die beste Lösung ist“, so Fritz. Für diesen Prozess nehme man sich „die notwendige Zeit“ und kommuniziere „anschließend das Ergebnis“. Laut Bild-Zeitung soll Werder schon Kontakt zu möglichen Nachfolgern aufgenommen haben. (sid/tf)


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