„Es liegt meist nicht am fehlenden Wissen, sondern daran, dass unser Alltag im Trubel zwischen Job, Familie und Freizeit oft voll ist. Dazu kommt die Flut an Produkten im Supermarkt die es nicht immer leicht macht, gesunde Entscheidungen umzusetzen“, sagt Isabelle Kniebs. Sie ist Ernährungsberaterin beim Patienten Rat & Treff (PRT). Tatsächlich zeigten aktuelle Statistiken: Nur rund 15 Prozent der Bevölkerung in Belgien erreichen die empfohlene Tagesmenge an Obst und Gemüse. Dabei ist gerade eine pflanzenbetonte Ernährung ein echter „Energiebooster“ – reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen.
Was es braucht, damit gesunde Ernährung im Alltag wirklich gelingt.
Was braucht es, damit gesunde Ernährung im Alltag wirklich gelingt? „Es geht nicht darum, perfekt zu essen – sondern darum, durch einfache und kleine Änderungen sein Essverhalten aufzuwerten”, betont Isabelle Kniebs. Viele Menschen glaubten, gesunde Ernährung sei teuer oder aufwendig. Dabei könne sie sehr unkompliziert sein, wenn man ein paar alltagstaugliche Grundprinzipien kennt. Ein Beispiel ist das sogenannte 80/20-Prinzip. „Diese Regel erinnert daran, dass niemand perfekt essen muss. Wer sich zu etwa 80 Prozent bewusst ernährt – also mit viel Frischem, Vollkornprodukten und Eiweißquellen – kann die restlichen 20 Prozent auch mal ohne schlechtes Gewissen genießen: ein Stück Kuchen oder eine Portion Fritten.“
Das Prinzip ist flexibel. Manche setzen es über die Woche um – fünf Tage ausgewogen, zwei Tage lockerer. Andere beziehen es auf Mahlzeiten – zum Beispiel eine kleine Süßigkeit zum Nachtisch, wenn der Rest der Mahlzeit ausgewogen war. Solange die Basis stimmt, sind Ausnahmen absolut erlaubt.
Auch beim Einkauf lasse sich gesünder wählen, beispielsweise mit digitaler Hilfe, sagt die Ernährungsberaterin. „Die App Yuka kann dabei unterstützen. Man scannt den Barcode eines Produkts und erhält Informationen zu Zucker, Salz, Zusatzstoffen und bekommt oft auch gesündere Alternativen angezeigt.“ Laut Gesundheitsinstitut Sciensano zählte Yuka 2022/23 zu den meistgenutzten Ernährungstools in Belgien, „und das aus gutem Grund: Sie macht gesunde Entscheidungen leichter und bringt Spaß beim Einkauf“, so Isabelle Kniebs.
Für zu Hause empfiehlt die Ernährungsberaterin die sogenannte Teller-Methode: „Dabei teilt man den Teller gedanklich in vier gleiche Teile: Zwei Teile für Gemüse oder Obst, ein Teil für eiweißreiche Lebensmittel – wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Eier, Tofu oder kleine Mengen Fisch oder Fleisch – und ein Teil für Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln – möglichst als Vollkornvariante.“
Diese visuelle Orientierung helfe dabei, auch ohne Kalorienzählen oder Diätpläne automatisch ausgewogener zu essen. Und für den Alltag? „Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied: Zum Käsebrot mittags ein frischer Salat, abends öfter selbst kochen, beim Snack lieber mal Rohkost mit Dip statt Chips. Gesunde Ernährung darf schmecken, Spaß machen und einfach sein. Es geht nicht um Verzicht, sondern um mehr Lebensqualität.“ (red/sc)



Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren