Wenn Väter sterben, bleibt die Mutter

Trauer in der Osterwoche ist liturgisch nicht vorgesehen. Es passt zum manchmal etwas lausbübischen Lächeln des Papstes. Auch nach seinem Requiem bleibt er seinem Vorbild, dem heiligen Franz von Assisi treu, der auf ebener Erde sterben wollte; er nannte sie „Mutter Erde“. Der große belgische Choreograf Maurice Béjart hinterließ sogar die Worte „Der Tod, unsere Mutter“. Viel heimatliche Geborgenheit, für viele starker Trost.

Dem entspricht auch der Wunsch des Verstorbenen, in einem Seitenschiff der römischen Marienkirche „Santa Maria Maggiore“ seine letzte Ruhestätte zu finden. Sein Leben hatte er ihr anvertraut, steht jetzt in den wenigen Zeilen seines Testaments zu lesen. Kein Aufruf, kein Appell, keine theologische Belehrung. Es wäre die kürzeste Enzyklika der Kirchengeschichte.

Einer Kirche, die in einer gottvergessenden und gottvermissenden Welt andere Lebenszeichen zu setzen hat als Skandale, Hierarchien und Affären. So wie dieser Heilige Vater, der mit zerbeulten Schuhen in seinen kleinen „Fiat“ stieg und vor seiner Maggiore-Madonna den Fahrer bat, „mal kurz“ anzuhalten. Heilig ohne Heiligenschein.

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