Für Luc Frank ist Atomkraft„ein wesentlicher Bestandteil unserer Energiewende“

<p>Eine Gesetzesänderung soll den Weg für den Bau neuer Atomkraftwerke in Belgien ebnen. Das Foto zeigt zwei Kühltürme des Kernkraftwerks Civaux in Civaux, Zentralfrankreich.</p>
Eine Gesetzesänderung soll den Weg für den Bau neuer Atomkraftwerke in Belgien ebnen. Das Foto zeigt zwei Kühltürme des Kernkraftwerks Civaux in Civaux, Zentralfrankreich. | Illustrationsfoto: Romain Perrocheau/dpa

„Eine realistische und ebenso bezahlbare Energiewende ist nur durch einen Energiemix möglich“ so Luc Frank. Ein solcher bedeutet, dass Energie aus verschiedenen Quellen bezogen werden soll. Neben erneuerbaren Energiequellen, wie zum Beispiel Solarenergie oder Windkraft, wird man laut den Autoren des Änderungsantrages auch auf Nuklearenergie zurückgreifen müssen. „Dies ist eine Piste, der aktuell einige europäische Länder folgen“, stellt Luc Frank fest. Seine Energie aus mehreren verschiedenen Quellen zu beziehen und sich progressiv von fossilen Brennstoffen abzuwenden, ermögliche darüber hinaus eine unabhängigere und sicherere Energieversorgung.

Bevor neue Atomkraftwerke

gebaut werden könnten, bedarf es einer Gesetzesanpassung.

Der Bau neuer Atomkraftwerke ist allerdings durch einen Gesetzestext vom 31. Januar 2003 verboten worden. Um also den Bau von neuen Kernkraftwerken zu ermöglichen, muss dieser vorab dahingehend abgeändert werden, dass neue Zentralen wieder errichtet werden können. Nachdem der Vorschlag zur Gesetzesänderung in der Kommission angenommen wurde, wird er nun anschließend im Zuge der Plenarsitzung allen Abgeordneten zur Abstimmung unterbreitet werden.

„Der Bau neuer Zentralen kann selbstverständlich nur unter strengsten Sicherheitsauflagen und nach den neusten Wissenschaftlichen Standards gewährleistet werden“, versichert der ostbelgische Abgeordnete. Eventuelle neue Zentralen könnten nach dem Vorbild sogenannter Small Modular Reactors (SMR) gebaut werden. „SMR sind kleiner und sicherer als herkömmliche Atomkraftwerke. Sie stellen somit eine Gelegenheit für CO2-neutrale Energie dar, die wir für unsere Energiewende nicht außer Acht lassen dürfen“, schließt Luc Frank ab.

Dadurch käme man laut dem Ostbelgier nicht nur der Energiewende, sondern auch den angepeilten Klimazielen einen Schritt näher. Für Luc Frank sei der Bau neuer Atomkraftwerke „ein wesentlicher Bestandteil unserer Energiewende“. (red/nc)

Kommentare

  • Atomenergie ist sinnlos, überflüssig, teuer, nicht versicherbar und überlässt den strahlenden Müll den nächsten tausend Generationen. Atomenergie deckt nicht einmal 2% des weltweiten Energiebedarfs. Statt Milliarden in eine umweltschädliche Energieform zu stecken, sollte das Geld besser in Energieeffizienz und -sparsamkeit investiert werden. Da ist noch viel Luft nach oben. Aber gut, konservative Politiker in ganz Europa lassen sich wohl einfach von der finanzstarken Atomlobby umgarnen. Den Preis dafür zahlen unsere Nachkommen.

  • Ihr erster Satz, Herr Braun, fast die Situation prägnant zusammen.
    Dazu ein paar Fakten, die schon bis zum Überdruss vorgebracht wurden, die die Atomfans, allen voran bei uns die Herren Wahl und Frank nicht beeindrucken werden:

    In Frankreich ist das einzige (!) neu gebaute Atomkraftwerk seit Civaux (Inbetriebnahme 24.12.1999, also vor einem Vierteljahrhundert) der Pleiten-, Pech- und Pannenreaktor von Flamanville 3, dessen „Misserfolgsgeschichte“ den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde.

    Nur kurz: ursprünglich geplante Fertigstellung 2012 und Baukosten von 3,3 Milliarden Euro. Jetzt, 2025, läuft der Reaktor noch immer nicht auf voller Leistung und eine zeitweise Stilllegung ist schon eingeplant.
    Der Rechnungshof beziffert die Endkosten auf mehr als 23 Milliarden Euro… zu Lasten des Steuerzahlers, da EDF zu 100% ein Staatskonzern ist.

    Und die mit viel Vorschusslorbeeren bedachten zukünftigen SMR?
    Dazu diese Meldung: „Mitte November 2023 gab NuScale Power bekannt, keinen SMR in Idaho zu bauen, da es nach dem gegenwärtigen Stand unwahrscheinlich sei, dass sich ausreichend Abnehmer für die Energie fänden, die in dem SMR erzeugt werden sollte.“

    Und zur „Entsorgung“ des radioaktiven Mülls?
    Um das ehemalige Bergwerk „Schacht Konrad“, das als Endlager im Umbau ist, gibt es denselben Eiertanz: seit 1975 in Planung, vor 23 Jahren genehmigt und noch immer im Bau mit immer neuen Problemen… und ausufernden Kosten: ursprünglich 900 Millionen Euro. Datum der Inbetriebnahme nicht abzusehen: 2030… oder irgendwann am Horizont mit über 5 Milliarden Euro Kosten, wohlgemerkt nur für die Lagerung von schwach- bis mittelradioaktivem Müll.

    Und Belgien will mit seinen klammen Finanzen Milliarden in solche Technologie stecken?

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