Heute ist Ostern

<p>Der Himmel hinter einem Wegkreuz ist stark bewölkt. Ostern feiern Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi nachdem er Karfreitag durch Kreuzigung gestorben war.</p>
Der Himmel hinter einem Wegkreuz ist stark bewölkt. Ostern feiern Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi nachdem er Karfreitag durch Kreuzigung gestorben war. | Foto: Pia Bayer/dpa

Nach Überzeugung der Kirche hat sich an Ostern das ereignet, worauf das gesamte Neue Testament hinausläuft: Jesus von Nazareth ist auferstanden. Er ist nicht im Tod geblieben, sondern hat ihn überwunden. Was theologisch klingt, hat für gläubige Christinnen und Christen bis heute existenzielle Bedeutung. Sie glauben: Wenn Jesus den Tod besiegt hat, dann hat auch das Leben nach dem Tod eine Perspektive. Das heißt nicht, dass Ostern eine Art metaphysischer Happy-End-Glaube ist. Im Gegenteil: Der Weg dahin führt durch das Leiden und die Ohnmacht von Karfreitag. Das Kreuz ist nicht ausgeklammert – es ist integraler Bestandteil. Nach Lesart der Kirche wurde Jesus am Karfreitag gekreuzigt, starb und wurde begraben. Am dritten Tag – also am Sonntagmorgen – fanden seine Anhänger das Grab leer vor. Die Auferstehung wird nicht als Wiederbelebung verstanden, sondern als etwas Neues, das über das bloß Irdische hinausgeht. Jesus lebt – aber anders. Für die Kirche ist Ostern deshalb das Fest der Hoffnung. Die Liturgie spricht von der „Nacht, in der Christus die Fesseln des Todes sprengte“. Es wird die Osterkerze entzündet, die symbolisiert: Das Licht ist stärker als die Finsternis.

Katholiken, Protestanten und Orthodoxe feiern dieses Jahr übrigens am gleichen Datum Ostern. Das ist ungewöhnlich. Aber in diesem Jahr ist das so. Wer also seine Osterferien in einem orthodox geprägten Land wie Griechenland, Russland, Bulgarien oder Zypern verbringt, kann das seltene Ereignis erleben: Ausnahmsweise feiern alle das Osterfest gemeinsam am 20. April. Aber wie kommt es eigentlich, dass Ostern zumeist an unterschiedlichen Wochenenden gefeiert wird, obwohl es doch um das gleiche Glaubenszeugnis geht? Die Antworten haben mit Julius Cäsar zu tun, mit Papst Gregor XIII. und mit einem Konzil vor 1.700 Jahren. Das liegt daran, dass die katholische Kirche und die evangelischen Kirchen sich bei ihren Feiertagen am Gregorianischen Kalender orientieren, die Orthodoxie sich aber am Julianischen Kalender, den Julius Cäsar 45 v. Chr. im römischen Reich eingeführt hat. Diese beiden Kalender liegen 13 Tage auseinander, nach julianischer Rechnung beginnt das neue Jahr also erst später im Januar. Ostern ist - anders als Weihnachten - ein beweglicher Feiertag. Wann die Christenheit ihr wichtigstes Fest begeht, wurde vor 1.700 Jahren auf dem Konzil von Nicäa (heutiges Iznik in der Türkei) festgelegt. Danach feierten erst einmal alle Christinnen und Christen gemeinsam - und zwar am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond des Jahres. Dann aber wurde 1582 auf Initiative von Papst Gregor XIII. der Gregorianische Kalender eingeführt, um Fehler bei der Zeitberechnung im Julianischen Kalender zu beheben. Die orthodoxen Kirchen behielten den Julianischen Kalender; bis heute können sich die verschiedenen Strömungen in der Orthodoxie nicht auf die Umstellung auf den Gregorianischen Kalender einigen.

Warum gibt es in diesem Jahr einen gemeinsamen Termin? Das liegt am Mond. Alle Christen feiern Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings ihres jeweiligen Kalenders. Da für den Julianischen Kalender der Frühling nicht am 20. oder 21. März, sondern 13 Tage später als im Gregorianischen Kalender beginnt und der orthodoxen Tradition zufolge die Osterwoche nie im März und nie vor dem jüdischen Pessachfest (dieses Jahr ab dem 12. April) gefeiert wird, fällt der Ostersonntag in beiden Kirchen nur selten auf den gleichen Tag. Manchmal gibt es sogar einen Unterschied von mehreren Wochen, wie etwa im Vorjahr, als die orthodoxen Kirchen erst am 5. Mai Ostern feierten, Katholiken und Protestanten hingegen schon am 31. März.

Um das Osterfest haben sich in vielen Ländern spezielle Bräuche und Rituale entwickelt. Für viele Katholikinnen und Katholiken weltweit gehört der Segen „Urbi et Orbi“ zum Höhepunkt der Osterfeiertage - der Papst spendet ihn traditionell am Ostersonntag nach dem Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom und grüßt die Gläubigen in vielen verschiedenen Sprachen. Ob der gesundheitlich angeschlagene Franziskus in diesem Jahr selbst segnen kann, war zunächst offen. (dpa/sc)

Kommentare

  • "Es wird mancherorts behauptet, da sei ein gewisser Jesus für uns alle bzw. für unsere Sünden oder so gestorben und auferstanden.
    Kann er als Privatperson aus freiem Willen von mir aus tun oder getan haben.
    Aber nicht für mich!
    Ich habe weder Erbsünde noch andere Sünden. Ich habe und begehe Fehler, aber keine Sünden.
    Ich verwahre mich gegen die steten Anmaßungen von Religionen und Religiösen.
    Danke."

    Valentin Abgottspon
    (Schweizer Freidenker, Philosoph, Lehrer)

  • Herr Leonard,
    Der Atheismus lehnt den Begriff „Sünde“ als theologisch belastet ab, stattdessen sprechen die Atheisten von unethischem Verhalten, moralischen Fehlverhalten, sozial schädlichem Handeln oder einfach "Fehlern", wie Sie korrekt bemerken in Ihrem Text.
    Der Maßstab für richtig oder falsch oder abwägend ist nicht göttliches Gesetz, sondern wird aus Vernunft, Empathie, gesellschaftlichen Normen und Konsequenzen abgeleitet.
    Herr Leonard, ich bitte Sie hiermit, den Atheisten in der links-grünen Abteilung unserer Gesellschaft ins Gewissen zu reden, auf das diese endlich gegenüber unrealistischer Energiewende und Migration und Korruption u.a. die wahren Fehler erkennen und an den Pranger stellen; auf das deren eigenen Ideale endlich wieder auferstehen werden.
    Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
    Ich wünsche Ihnen von hier aus eine österliche Zeit 2025, auf das bis Pfingsten die Inspiration in Sie zurückkehren möge. (Inspiration = Geist kommt in dich)
    Bis dahin, alles Gute! ;-)

  • Oh je, da ist der Herr Scholzen aber auf glitschigem Parkett unterwegs.
    "Der Maßstab für richtig oder falsch oder abwägend ist nicht göttliches Gesetz, sondern wird aus Vernunft, Empathie, gesellschaftlichen Normen und Konsequenzen abgeleitet."
    Seine Definition stützt sich auf Begriffe, die ihrerseits wieder definiert werden müssen.
    Eine Kette ohne Ende, an der sich die Philosophen seit Jahrhunderten die Zähne ausbeißen.
    Wie definiert man denn nun, was "Vernunft", "Empathie", gesellschaftliche Normen" sind?
    Wer ist denn eigentlich zuständig, solche "gesellschaftlichen Normen" festzulegen?
    Da wird er bis Pfingsten selber eine gehörige Portion "Inspiration" benötigen.
    Der Heilige Geist möge ihm dabei helfen.

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