Beim Weltcup-Finale am Osloer Holmenkollen in Norwegen bewies sie in der Rolle der Jägerin Nervenstärke und fing ihre Rivalin Lou Jeanmonnot, die auf der Schlussrunde unglücklich stürzte, mit einem Sieg noch ab. Die Französin hatte Preuß tags zuvor das Gelbe Trikot mit einem Sieg in der Verfolgung abgenommen und war mit einem Vorsprung von fünf Punkten in das letzte Rennen dieses Winters gegangen. In das letzte Wettkampf-Wochenende dieser langen Saison war Preuß mit nur 20 Zählern Vorsprung auf Jeanmonnot gegangen. Nach ihrem Sieg im Sprint und Platz fünf in der Verfolgung war Preuß, die von einem Teil ihrer Familie vor Ort unterstützt wurde, aber ins Hintertreffen geraten. Die große Kristallkugel steht von der Wertigkeit sogar noch über ihrem erst im Februar gewonnen ersten WM-Einzelgold, denn zeichnet diese doch die Konstanz über eine gesamte Saison aus.
Preuß schaffte es durch ihre beeindruckende Schießquote und die Konstanz von insgesamt 13 Podestplätzen in den 21 Saisonrennen. Jeanmonnot gewann zwar deutlich öfter, zeigte aber auch mehr Schwankungen. Für Preuß ist dieser prestigeträchtige Triumph das i-Tüpfelchen ihrer turbulenten Karriere. Mehrfach dachte sie in der Vergangenheit schon an ein Karriereende, kämpfte sich aber immer wieder zurück. Jahrelang warfen Infekte und Erkrankungen sie immer wieder zurück, sie musste auf Weltmeisterschaften verzichten und Saisons früher beenden. Erst eine Operation der Nasennebenhöhlen im vergangenen Jahr nach dem Saisonende brachte die erhoffte Besserung und war der Türöffner für das Happy End einer herausragenden Saison.

Die Belgierin Lotte Lie belegte am Sonntag beim Massenstart über 12,5 km in Oslo mit drei Schießfehlern den 27. Platz. Mit diesem Ergebnis schließt sie den Gesamtweltcup auf Rang 22 ab – ihr bisher bestes Karriereergebnis. Zuvor hatte Lie am Freitag im Sprint Platz 21 und am Samstag in der Verfolgung Rang 17 belegt. (belga/dpa/sc)

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