In diesem Artikel werden beide Meinungen stichhaltig und nachvollziehbar vertreten, u.a.: „Eine Regionalwährung stärkt den lokalen Handel“ (Pro) und „Das Regionalgeld ist außerhalb der Region wertlos.“ (Contra).
Dieses neue Denken ums Geld hat der in St.Vith geborene Silvio Gesell entfacht, als er Ende 19. - Anfang 20. Jhd. über Stationen in Argentinien, Deutschland und der Schweiz erkannte, dass unser herkömmliches Geld einen Konstruktionsfehler hat. Das führte ihn zu der Erkenntnis, dass man nur durch „Schwundgeld dem Geld Beine machen könne“. Wenn ich mich in diese Debatte einmische, dann nur, weil ich im April 2022 im Genter Stadtviertel „Rabot“ durch mehrtägige Beobachtungen und Gespräche mit Betroffenen die Vorteile der Regionalwährung „Torekes“ erleben konnte. Das war genau zu dem Zeitpunkt, als Elon Musk mit Dollar-Milliarden seine Geldmacht demonstrierte und Twitter kaufte.
– Selbst mit dem dicksten Bündel Euroscheine kann ich mir in Rabot nicht mal 1 cm² Grün pachten. Auch ein Elon Musk nicht!
– Geld kann entmachtet werden.
– Dem Geld kann man Grenzen setzen.
– Mit Geld kann man nicht alle Türen öffnen.
– Das WIR-Gefühl, das Glücksgefühl, das „Ich-kann-was-bewegen-Gefühl“, das „Ich-kann-was-ändern-Gefühl“ ist nicht käuflich.
– Es gibt sie, diese kleinen Inseln der Hoffnung, in denen das Geld seine beherrschende Rolle verloren hat und zum Diener des Menschen wird.
– Torekes sind nicht der Weg zum Ziel, aber wohl ein kleiner – jedoch wichtiger Baustein auf diesem Weg.
Und deshalb hat auch Dirk Holemans, ehemaliger flämischer Parlamentarier und Genter Stadtratsmitglied, folgendes Fazit gezogen: „Unser klassisches Geld spaltet, eine Regionalwährung verbindet. Eine Regionalwährung ist nicht das Ziel, sondern ein Baustein auf dem Weg zum Ziel.“
Kommentare
"Wenn ich mich in diese Debatte einmische, dann nur, weil ich im April 2022 im Genter Stadtviertel „Rabot“ durch mehrtägige Beobachtungen und Gespräche mit Betroffenen die Vorteile der Regionalwährung „Torekes“ erleben konnte."
Im April 2022, also vor fast drei Jahren.
Leider gibt er keine näheren Hinweise zu diesem Regionalgeld und dessen Funktionsweise.
Da muss der interessierte Leser sich also selbst auf die Suche machen.
Wer nun auf Google die entsprechende Homepage anklickt, erhält die Antwort:
"Hum, nous ne parvenons pas à trouver ce site."
Es gibt zwar ein "Eetcafé Toreke", aber auch dort seht nichts über die Möglichkeit, mit Torekes zu bezahlen.
Schließlich landet man auf dem Webportal "SAAMO - Stad Gent" und findet dort:
"Warm afscheid van de Torekes
04/05/2023
Na 12 jaar zwaait SAAMO Gent de Torekesmunt uit en draagt ze over naar de Dienst Beleidsparticipatie van Stad Gent.
We doen dit op een feestelijke manier, met een hapje en drankje in Eetcafé Toreke. Welkom!"
Sozusagen eine Einladung zum Begräbniskaffee...
Der Herr Spoden scheint sich also nicht auf dem Laufenden gehalten zu haben.
Statt nach Gent brauchte er aber nur bis Malmedy und in die ostbelgischen wallonischen "Randgemeinden" zu fahren, um sich nach dem Erfolg des dortigen "Sous-Rire" zu erkundigen. Vielleicht erfahren wir darüber demnächst etwas von Ihm?
Warum in die Ferne schweifen, siehe, das Gute liegt so nahe.
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